Vulgargrad - Limonchiki - EP Review
Format(e): 
7inch/EP
Genre: 
Andere
Internet: 

Vulgargrad

Limonchiki - EP
7

Das ist russische irre-mach-Musik: Wodka, Liebe, Vulgargrad. Vulgargrad? Vulgargrad! Die – nach Labelangaben – einzige Band außerhalb Russlands, die sich auf russische Gangstersongs spezialisiert hat, bringt hier ein wenig Ostblock-Knastatmosphäre auf den Plattenteller.

Ob das da wirklich so klingt, lässt sich von hier schwer beurteilen. Aber: Der Kalte Krieg ist nicht weit und der Titeltrack „Lemonchiki“ ein ordentlicher Bläserstampfer mit Ohrwurmqualitäten. „Kleine Zitronen“ erzählt von der Liebe zu Mama, von leeren Taschen und ein bisschen auch von Zitronen.

Zuallererst brennt die A-Seite aber die Reibeisenstimme vom (polnischen!) Sänger Jacek Koman in die Gehörgänge. Beim genaueren Hinsehen fällt nämlich auf, dass es sich bei den (Wahl-)Australiern um eine zusammengeschusterte Band mit Mitgliedern aus aller Herren Länder handelt. Die Einflüsse sind da weit gestreut und als ad hoc-Vergleich könnten vielleicht 44 Leningrad aus Potsdam bestehen. Der Vulgargrad-Sound ist aber schleppender, walz(er)iger. Und klar: wegen der ausschließlich russischen Sprache, zumindest auf dieser Single, authentischer. Stichwort retro. Da hat sich jemand wirklich Mühe gegeben.

Auch bei der B-Seite „Oy, Oy, Oy…“ handelt es sich wie schon beim Titelsong um ein Traditional, das die Band umarrangiert hat. Gestampft und geswingt wird auch hier, und vor allem Gas gegeben. „Du wirst tanzen, oder der Trompeter knallt dich ab“, sagt das Label. Ob das wirklich so ist, lässt sich wohl nur auf der anstehenden Deutschlandtour herausfinden.

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