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"Offbeat Radio" – Dieser Titel lässt auf Skamucke schließen und mit dieser Vermutung liegen wir auch richtig. Bereits der Opener beginnt als ganz typisches 2Tone-Stück, der zweistimmige Herrengesang ist eigentlich ganz nett und wenn das auch im Refrain so weiterginge, dann wäre das ne 4- oder 5-Punkte-Platte, weil Durchschnitt und okay.
Aber was ist das? - Im Refrain kommen Metal-Anleihen zum Vorschein, die man hier absolut nicht erwartet hätte! "We are the wolfgang... we got the ace of spades" heißt es da u.a., doch gesangsstiltechisch stand weniger Lemmy als vielmehr die Recken von Manowar Pate.
Mit "wolfgang" ist übrigens der Vorname gemeint, textlich bewegt sich die Band zwischen Nonsens und Gesellschaftskritik. Zum Ende des Songs hin überraschen die Unjerks noch mit kurzer HC-Passage, die besser gefällt.
In Track 2 das gleiche Spiel: 2Tone und ne zugegeben überaus eingängige Power Metal-Hookline, leider aber gar nicht mein Fall. Der dritte Song dann ein Skapunk-Stück, bevor uns mit dem 4. der Namensgeber und gleichzeitig der bisherige Tiefpunkt des Albums zu Ohren kommt – "Offbeat Radio" stellt sich als absolut langweiliges Skastück heraus.
Unter den restlichen 6 Songs verstecken sich noch ein Deutschpunk-Titel und mit Track 10 ein weiterer Ska-Metal-Song, der Rest geht eher Richtung 3. Welle.
Auch wenn weniger Metal der Band meines Erachtens gut täte, bleibt das Hauptproblem der Unjerks ihr Gesang. Der klingt trotz englischer Sprache meist einfach zu deutsch. Die zweistimmigen Passagen sind da stärker, bloß in den metalligen Parts extrem nervtötend. Für ne Punkband reicht sowas meist noch, aber in ner Skaband ist ein fähiger Sänger quasi ein Muss und in Anbetracht dessen, dass die beiden Sänger nebenamtlich auch noch zwei Drittel der Bläsersektion ausmachen, könnte man da ruhig mal über nen Wechsel nachdenken... Denn ansonsten geht das musikalisch schon in Ordnung.
22.05.2012


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