Thank You! - Skinhead Girl - DVD Review
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Andere

Thank You! - Skinhead Girl

DVD
6

Filmemacherin Sharon Woodward hat in „Thank you! Skinhead Girl“ ihre eigene subkulturelle Vergangenheit als Skinhead in den Jahren 1979-83 aufgearbeitet. Inspiriert durch den „This is England“-Film erinnert sie sich an diese für sie persönlich sehr prägenden Jahre, in denen ihr die Zugehörigkeit zu einer offenbar sehr familiären Szene in und rund um Oxford den nötigen Halt gab, den ihr Familie und Gesellschaft nicht geben konnten.

Insofern begreift sie den Film als eine Hommage an die Person, die sie damals war und die ihr die Kraft gab, ihr Leben trotz widriger Umstände in den Griff zu bekommen. Das klingt fast wie eine Rolle, in die sie schlüpfte, doch im Laufe des Films wird klar, dass die eigentliche Antriebsfeder durchaus ihre Liebe zur Musik (2Tone & Trojan) und zum Stil waren.
Sie und einige weitere Protagonisten (darunter auch eine Frau, die bereits 1969 „dabei“ war) erzählen durchaus reflektiert und kritisch über die Zeit, wobei vieles sehr persönlich gehalten ist und manchmal sogar bis ins tiefste Privatleben hineinleuchtet, etwa wenn Woodward von ersten sexuellen Erfahrungen berichtet.

Unterlegt ist der Streifen mit Bildmaterial aus ihrem umfangreichen Foto-Archiv, wobei sich da naturgemäß einiges wiederholt. Trotzdem ergibt sich gerade dadurch ein ebenso interessanter wie subjektiver Einblick in die damaligen Lebensverhältnisse innerhalb der Szene.
Und immer wieder bringt Woodward ihre Verbundenheit mit ihrem damaligen Leben in Form von Gedichten zum Ausdruck, die in ihrer Art an die Straßen-Poesie eines Garry Johnson erinnern.

Trotz einiger Längen und manchen fast rührenden Einstellungen (die Regisseurin sitzt in Socken auf irgendwelchen Matratzen und plaudert mit Interviewpartnern … ) transportiert der Film doch zumindest in Teilen einen Ausschnitt aus dem Lebensgefühl der Zeit.
Erwähnenswert beim Bonus-Material ist sicherlich das ganz interessante Interview mit Roddy Moreno, der sich zu den Anfängen seines Glatzen-Daseins ausläßt und der speziell für diese Dokumentation eingetütete Song „She’s a Skinhead now“ der ausgewiesenen Könner von Gimp Fist.

Die Synchronisation kommt vielleicht etwas amateurhaft daher und letztendlich sind 45 Minuten auch mehr als genug, um zu verstehen, was Frau Woodward uns sagen will. In Summe ist „Thank you“ ein sehr persönlicher Film, der wohl eher für sie selbst als Reflektions-/Selbstfindungsprozess entstand. Im Kontrast zu manch anderem Subkultur-Krawall-Streifen eher nachdenklich, nicht aber melancholisch.

Woodwards Film hat inzwischen schon diverse Preise eingeheimst (was normalerweise eigentlich kein gutes Zeichen ist), aber auch mir hat er trotz einiger Schwächen durchaus gefallen. Insbesondere für „Historiker“ unter uns von Interesse.

alles von:   

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http://www.youtube.com/watch?v=9XL137QMOeE&feature=plcp

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