Schmachwanderunk - Kleinstadtaufruhr - LP + Bonus-CD Review
Format(e): 
CD, LP
Genre: 
Deutsch- & Skapunk
Internet: 

Schmachwanderunk

Kleinstadtaufruhr - LP + Bonus-CD
7

Schmachtenhagen, irgendwann im Frühjahr: Im Dorf-Gasthof tanzen Punks und Skins zu 90er Jahre Disco- und Schlagerhits. Einige tragen Perücken, andere Federballschläger und alle sind rotzbesoffen. Auf der „Bühne“ seht der „berühmt berüchtigte DJ Shimpagner“ und gibt eine seiner beliebten Fischmarktperformances. „Aal-Kai“ nennt er sich gerade und das, was vor dem, äh, interessantesten Entertainer Potsdams passiert, haben Schmachwanderunk mit dem Titelsong zu „Kleinstadtaufruhr“ in eine perfekte Deutschpunk-Rakete gegossen, die der Titeltrack zum neuen und ersten Album ist: „Die eigenen Kinder, Kleinstadtrebellen / Dreckige Wilde, die sich die Haare nicht kämmen / Die Strafe ist hart, aber gerecht / Um acht Uhr ins Bett und Stubenarrest.“ Großartiger Text, gute Melodie. Alles richtig gemacht.

Schmachwanderunk stehen am selben Abend auch auf der Bühne und schmettern DJ Shimpagners Evergreen „Punkerurlaub“, den für mich nach „I was beer“ von den Minus Apes eindeutig zweitbesten Song übers Force Attack.

Ich schweife ab und freue mich auf das Festival. Am Lagerfeuer heult irgendeine Olle und von drinnen kreischen die Boxen das Liebeslied der Wahl-Potsdamer „Liebesleberwurst“ auf den Hof. Irgendwann gehe ich – ich glaube nüchtern – nach Hause. Noch tagelang habe ich danach einen Ohrwurm: „Ey, du Bauer, zieh dein Thor Steinar-Nicki“. Gut, dass ich das jetzt auf dem Album nachhören kann. Marc

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