Peppone - same - LP Review
Label: 
Format(e): 
LP
Genre: 
Deutsch- & Skapunk
Internet: 

Peppone

same - LP
6

„Don Camillo und Peppone“: 2 gediente Widerstandskämpfer balgen sich nach dem 2. Weltkrieg um die Gestaltung eines italienischen Dorfes. Don Camillo gibt den katholischen Sektenguru, der gerne mit imaginiären Freunden redet, Holzschnitzereien anbetet und aber immer zu Tricksereien aufgelegt ist. Er wird allgemein gemocht.

Peppone – „großer Josef“ – ist ideologisch gefestigter Stalinist, stets inbrünstig dem Fortschritt verpflichtet. Er hat es eilig, sein Hang zur Unerbittlichkeit wird unterlaufen von allerlei inneren wie äußeren Unzulänglichkeiten. Vielleicht liegt das auch daran, dass sein Totem aus dem kalten Moskau nicht mit ihm redet. Er gilt gemeinhin als ambitionierter, aber letztlich ungefährlicher Tölpel, der sich gerne besiegen lässt.

Peppone, die Band, hat es auch eilig, aus ihrem Film zu erzählen und anscheinend noch viel vor (sich). Sie finden sich dringend, aber Tölphaftigkeiten unterlaufen ihnen gelegentlich nur textlich. Was daran liegt, daß Ironie keinen Platz hat, in einer dringlichen Welt, die wenn schon nicht bewegt, dann doch akkurat beschrieben sein muß.

So wägt man sich fröhlich „im Gegensatz zu Dir besser“, was natürlich vergleichsweise daneben ist, vielleicht aber auch wieder „persönlich“, wie alles Besungene. Persönlich bis zur Unkenntlichkeit, immer etwas spröde, auf Abstand bedacht und vergleichend. Wenn’s gut läuft, war’s ja doch gar nicht so schwer. Die Selbstverständlichkeit, sprachliche Fast-Peinlichkeiten nicht auszulassen, kann auch charmant sein. Das macht es nicht einfacher, sie zu mögen und verliert auch nach mehrmaligem Hören kaum den Schrecken.

Die Musik: Gezirkelte, zurückhaltendere Boxhamsters. Wenn alles erklärbar ist, braucht es auch keine pubertären Bretter. Ein echtes Schlagzeug stört da wohl nur.

Korrekter Service: Wer die limitierte LP kauft, bekommt einen Download-Code dazu. Und so ganz nebenbei verraten sie die Zielgruppe: Den „jugendlichen Musikinteressenten“.

Wer sich in akutem Emotionsüberschwang befindet und sich darin nicht zurechtfindet, kann das mögen.

alles von:   

Kommentare (4)Kommentar schreiben

 

auch wenn collaps euch textliche ironie abspricht, so ist der satz "bin ich mit 6 Punkten eigentlich noch ganz zufrieden" doch hoffentlich ebendies.

 

Ich hab mit den Texten und der Musik gar nix zu tun, ich bin nur für die Veröffentlichung zuständig (gewesen). Und tatsächlich: In Anbetracht der hier grundsätzlich eher sparsam vergebenen Wertungspunkte, kann ich (und da spreche ich nur für mich) mit den 6 Punkten gut leben... ;)

 

... wenn's auch quasi ein Verriss ist, schätze ich doch die Mühe, die sich Herr Collaps mit der Rezension gegeben hat. Immerhin liest man, daß sich der Herr Rezensent mit der Platte beschäftigt hat. Und wenn ich mir die Flop3-Bewertungen hier so anschaue, bin ich mit 6 Punkten eigentlich noch ganz zufrieden. ;)

Den Download-Code gibt's übrigens grundsätzlich dazu und das Album ist selbstbetitelt und heißt nicht "Beatboxpunkrock". Reinhören kann man auf http://peppone.bandcamp.com

Danke!

 

Bedankt, schon geändert!

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