The Hirsch Effekt - holon: anamnesis - CD Review
Format(e): 
CD
Genre: 
Andere

The Hirsch Effekt

holon: anamnesis - CD
3

Äußerst schräg, was man uns da unterjubelt. Das erinnert an die Zeit, als mit „Kollaps“ das erste Album der Einstüzenden Neubauten erschien und bei der subkulturell gefärbten Jugend einige Fragezeichen erzeugte. Und die gingen später für das Goethe-Institut als Botschafter Deutschlands auf internationale Tourneen.

Eine gewisse Ratlosigkeit läßt sich auch hier nicht leugnen, die Hannoveraner selbst nennen das „Experimental-Post-Metal-Punk-Epic-What-Ever-Core“. Ähhh, ja, …, nun, … ,ähhh, … das kann man vielleicht so stehen lassen. Erstaunlich, was die nur zu dritt für ein Inferno zu erzeugen vermögen.

Die häufig aufbrechenden Deathmetal-Growl-Attacken vor frickelig-jazzigem, meist aber sphärischem Hintergrund mögen vielleicht ziemlich intensiv gemeint sein und sind möglicherweise auch irgendwie innovativ, laufen aber letztendlich auf die Frage hinaus, ob es sich nun bei „Holon : Anamnesis“ um Kunst oder Kokolores handelt. Schwierig zu beantworten, ich neige zur Antwort zwei.

Kommentare (17)Kommentar schreiben

 

@Christian: In der Tat, ein HAFTBEFEHL ist in den heiligen Hallen des MP-Imperiums noch nicht eingegangen.

Tatsächlich wird hier aber eine Menge unnützes und die Zielgruppe völlig verfehlendes Material eingesandt, da ist eine Vorauswahl unabdingbar: feuriger Flamenco, ultrabrutaler Ghetto-HipHop ... und ganz viel Indiekram sind definitiv nicht die Musikstile, die auf dieser Homepage präsentiert werden sollen!

Grenzgänger wie der HIRSCH EFFEKT können dann manchmal das Salz in der Suppe sein - siehe z.B. STUMFOL.

Grundsätzlich gilt: Wer in das Genreraster oben rechts auf dieser Seite passt, findet hier einen sicheren Hafen; je mehr man sich musikalisch entfernt, desto intensiver sollte man überlegen, ob man einen Verriss verkraften kann.
Also: nicht zetern, sondern einfach anständige Musik machen!

Und nichts ist langweiliger als ein objektives Review.

 

Top Review! ...das zudem Bämbis Vorwürfe völlig entkräftet. Genau das: "Ist nicht meine Musik. Ich find die Platte nicht gut!" sagt Paulchen nämlich nicht!
Hier wird aufgezählt, was es zu hören gibt, abgewägt und ein persönliches Fazit gezogen. Für mich passt das vollkommen.
Und man kann doch von nem Reviewer (selbst im subkultureigenen Genre) nicht ernsthaft erwarten, dass man sämtliche Outputs einer Band kennt?! Albern...

 

Wer mit klaren Worten nicht umgehen kann soll seine Platten halt nicht an ein Punk/Skin/Hc Zine schicken . Gibt genug Promohefte , die gegen Anzeige jeden Scheiss abfeiern . In diesem "Fuze" Wisch hat's doch für diesen Schrott gereicht .

 

Aber findet ihr nicht, dass euer Weltbild dann nicht selbst ein wenig festgefahren ist? Ich würde (stumpfes aber einfaches Beispiel) auch kein Review über Haftbefehl schreiben, weil ich den Typen einfach lächerlich finde und der auch nicht in mein Weltbild passt. Wenn der mir jetzt aber trotzdem was zu schickt, dann würde ich die Möglichkeit einfach nicht nutzen, über etwas zu schreiben, was ich eh subjektiv bewerten werde, weil Azzlack-Hiphop einfach nichts für mich ist.
Genauso ist es ja auch bei dir und The Hirsch Effekt. Du stehst nicht auf Indie-Math-Orchester-Irgendwas-Geflicker und das ist auch gut so.
Du musst und sollst nicht der absolute Oberfan von der Band sein, aber wenn du dem Genre postiv gegenüber stehst, weil du ähnliche Musik oder ähnliche Künstler magst, dann kannst du ja rein objektiv bewerten, ob die Band nun gutes Indie-Math-Orchester-Irgendwas-Geflicker abgeliefert hat oder eben schlechtes Indie-Math-Orchester-Irgendwas-Geflicker. Aber weil du ja prinzipell Indie-Math-Orchester-Irgendwas-Geflicker eher scheiße findest, liegt es auf der Hand, dass du die neue The Hirsch Effekt auch eher scheiße findest.

Ich möchte kein rundgelutschtes Honigdropbsgehabe von Oberfans hören, genauso möchte ich aber auch keine 5 Sätze, die nur sagen "Ist nicht meine Musik. Ich find die Platte nicht gut!" hören. Ich will einfach nur Vergleiche mit dem Vorgänger, Anspieltipps, was ist der Schwachpunkt auf der Platte, Stärken, was ist neu und anders,... lesen, von jemanden, der das Genre kennt, mag und unterscheiden kann was gute oder schlechte Musik in diesem ist.

 

Leider siehst du da etwas grundlegend verkehrt.

Wenn eine Band, ein Label oder wer auch immer, seine Musik zum besprechen durch die Welt schickt, sich aber vorher nicht informiert wohin sie verschickt wird, dann kann ein schlechtes Review von Musik, die ein anderer Kreis Menschen vielleicht abfeiert, eben das Resultat sein. Damit muss man als Künstler leben können, und kann sogar daraus lernen.

Das von dir angesprochene Beispiel mit dem "Künstler" namens Haftbefehl ist ein sehr schönes, von dem ist hier nämlich noch keine Musik angeschwemmt worden (Torsten korrigiere mich, wenn ich mich da irre), weil er (sein Label, Vertrieb,...) wahrscheinlich weiß, dass diese Musik halt in die JUICE oder in die BACKSPIN gehören.

Und sollte ein entsprechendes Album dennoch hier ankommen (wie bei den Hirsch Jungs) dann wird es eben nach dem Geschmack des Redakteurs der sich dafür opfert besprochen.

Dass der sich einen Dreck um die Vorgeschichte der Band kümmert ist halt so, und verständlich.
Und manchmal ist ein Album wirklich so gut, dass es über die Grenzen seines Genres und seiner vorbestimmten Klientel überzeugt, und dann wird es auch dementsprechend von Menschen gehuldigt, die ehrlich ihre Meinung schreiben.

Was uns wieder zum Anfang bringt: bei Bands die in das musikalische Konzept des Fanzines passen, gibt es immer Leute in der Redaktion die den Werdegang einer Band kennen und deshalb dann auch entsprechende Reviews schreiben.

Darum macht es Sinn, dass der Hirsch Effekt im Fuze landet und da dann auch gefeiert wird (lese das Heft, auch wenns manchmal echt hart ist und weh tut, aber ist ja für Lau) und eben nicht ein einem Punkrock/Rock n Roll Fanzine mit Wurzeln im Skinheadkult.

Nebenbei: 3 Punkte sind gar nicht so schlecht!

 

Alle die Schnauze halten!

 

Was mir tierisch auf den Zeiger geht, ist, dass von den Kritik-Kritikern hier immer wieder auf Objektivität gepocht wird. Ich will aber verdammt noch mal keine objektive Platten-/Konzert-/Theater-/Kino- oder Sonstwaskritik lesen! Subjektivität ist das Salz in der Suppe. Mut zur Meinung macht eine Kritik interessant, nicht diese Wischi-Waschi-Abwägungsscheiße.

 

wer sind die kritik-kritiker?

 

und falls du auf meinen kommentar anspielst: ich fordere nicht mehr objektivität von den kritikern, sondern von den bands/fans, denen klar sein sollte, dass reviews - vor allem in fanzines - nun mal subjektiv sind (und sein sollen).

 

Ich spiele auf "Bämbi" und Konsorten an.

 

Drei Musiker die vor Genialität fast platzen, ihre Instrumente übertrieben gut beherrschen, schöne deutsche Texte die unter die Haut gehen, aufwendig produzierte Orchester Parts, Gastgesang von Caleya und Adolar, geniale programmierte Beats, und und und....

Ich weiß nicht, wie man ernsthaft das als Kokolores abstempeln kann...
Wenn es nicht dein Genre ist, dann gib doch lieber einen Kollegen die Platte, der damit was anfangen kann.

 

Also Platten sollen jetzt so lang rumgereicht werden, bis sich einer findet, der die Scheibe gut findet??

Lächerlich! Hier stehen Namen unter den Reviews die klar wiedergeben, wesen Meinung repräsentiert wird (in diesem speziellen Fall würde diese wahrscheinlich bei allen anderen Redaktionsmitgliedern ähnlich oder, wie in meinem Fall, schlimmer ausfallen).

Vieleicht sollte man sich die Fanzines vorher mal angucken, denen man seine Platte schickt. Das hat nämlich auch mit Interesse und Respekt zu tun, und zeigt dass man die Fanzine Kultur (subkulturell unabhängig) nicht nur als Mittel zum Zweck zum Verkauf seiner Einheiten sieht, sondern als wichtigen Bestandteil. Dann hätte man gemerkt, dass eine Band wie The Hirsch Effekt im Moloko+ Kosmos gar nicht statt findet und auch nicht statt finden würde!

Jetzt darf weiter geweint werden!

 

sehr gut auf den punkt gebracht, christian.

vor allem extreme fans können es einfach nicht verkraften, wenn "ihre" band mal negativ kritisiert wird. da wird an einem festgefahrenen weltbild gerüttelt, welches objektivität einfach nicht zulässt.

wozu dann eigentlich noch verschiedene reviews? soll die band bzw. plattenfirma auf ihren pressetexten sitzenbleiben, wenn auf unterschiedliche kritik kein wert gelegt wird?

 

beim letzten satz hat sich der fehlerteufel eingeschlichen. fragezeichen weg, ausrufezeichen her!

 

Applaus, Applaus für diese wahren Worte.
Immer mehr Bands scheinen zu erwarten, dass ihnen grundsätzlich jedes Fanzine, gleich der musikalischen Ausrichtung, verpflichtet ist, warme Worte ins Ohr zu schleimen und können dann nicht damit umgehen, wenn ihr genialer Schrott verrissen wird.

 

das wird die musik nicht besser machen. ich vertraue da herrn paulchens urteil und wechsle die strassenseite, wenn mir der hirsch effekt entgegenkommt. egal als cd oder dopperl-lp

 

Den Kokolores gibt es übrigens auch als schickes Doppel-Vinyl von Kapitän Platte.

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