The Dad Horse Experience - Kingdom it will come - EP  Review
Format(e): 
7inch/EP
Genre: 
Psycho- & Rockabilly
Andere
Internet: 

The Dad Horse Experience

Kingdom it will come - EP
5

Weißer Gospel soll das, was Dad Horse Ottn in typischer Ein-Mann-Band-Manier aus Banjo, Basspedal und Kazoo zaubert, sein. Soweit, so gut. Das einzig dicke Problem, das sich hier auftut, ist allerdings die Tatsache, dass Dad Horse nicht etwa aus den Sümpfen Louisianas Richtung Himmel predigt, sondern aus Bremen kommt.

An und für sich wäre das sicher nicht der Weltuntergang, wenn dann aber ein dermaßen kantiger deutscher Akzent in sentimentalen (englischsprachigen) „Underground Gospel“ getaucht wird, darf man sich nicht wundern, wenn das Endprodukt – was Authentizität betrifft – zumindest hinkt. Und das ist genau hier der Fall.

Trotz gelungener A-Seite, "Kingdom it will come", mit Ohrwurmqualitäten, passendem Artwork, großem Mittelloch und der Tatsache, dass es sich hier sogar um einen dritten Teil einer Singletrilogie (aus Sicht des Schallplattenfreundes entweder Fluch oder Segen – siehe Paradise-Kolumne im aktuellen Moloko) handelt.

Fast noch überflüssig, die B-Seite, "The Party", zu erwähnen, die durch musikalischen Kreativitätsmangel die Tatsache, dass der Song ordentlich abnervt und ziemlich langweilig ist, noch mal mindestens zwei Punkte kostet. Mehr als die halbe Miete ist so nicht drin. Vielleicht mit dem nächsten „Küchen-Remix“.

Kommentare (5)Kommentar schreiben

 

Dear Robert, dear Alan, dear Dad,

first before all, sorry for my bad English, I am from a tiny village in Germany, but nice that you have read the criticism. Good to have you - Robert - to be very scold about superficiality and it does not seem to manage to read the review (four paragraphs) thoroughly.

I've written that the product only lags when it comes to authenticity in the sense of gospel music (which is now clearly not really German). And so I have only referred to the debate: If I choose English texts in such a musical context, I should be able to pronounce or make a fairly obvious joke out of it. Then maybe seen "anything that bites." Does not happen here. I'm sorry.

"The Party" is on my biscuit (which I have previously changed), and that's my opinion. If you can dance to it, you can do so. I will not do it.

And sing a dreary party where no one wants to be and finally pour into a dreary song you like (just as subjective as I see it differently) as a "high degree of originality, musicality and poetry" classify, I will do not.

Oh, and really, if you have the label stuck next time, please enter the correct supplement to clear those misconceptions out of the way.

Dear Alan, I prefer ottn you like.

 

Man könnte auch sagen (und ich mache das) dass es vollkommen authentisch ist, bei einem Musiker seinen Akzent zu hören. Und albern, mit vermeintlicher Authentizität "genau solche Musik wie die damals" zu machen.

Ebenfalls ein Rätsel ist mir die Partykritik. Was ist denn mit musikalischem Kreativitätsmangel gemeint? Einen originellen Inhalt so geschickt durch die Musik leben zu lassen - Hut ab! Außerdem ein Riesenhit!

Das die Musik vom Charakter Ottns überquillt, ist dir das unangenehm, Marc? Dann vielleicht lieber zu herkömmlichem, perfekt pürierten Retrobrei greifen!

Das sich hier alles beißt, will das jemand?
Es passt zumindest. Hier wird ein Höchstmaß an Originalität, Musikalität und Poesie verkannt. Diese Oberflächliche Hüllenkritik scheitert ja schon, weil die Schublade nicht passt. Dann muss die Platte wohl im Spieler bleiben.

 

Eine Band kann eine kritische Rezension ihres Tonträgers natürlich grundsätzlich als Spinnerei eines neunmalklugen Rezensenten abtun, der von Musik keine Ahnung hat.
Ich bin mir nicht sicher, ob gelegentlich ein Hauch mehr Sebstreflexion angebracht wäre.

 

?? Batt ei ditt nott säi ä singel wörd, lieber Torsten!
Natürlich folge ich Roberts Ausführungen lieber als denen von Marc. Da die meisten deutschsprachigen Rezensenten die Augenbrauen wg. meinem Bremer Englisch runzeln, hab ich mich bereits daran gewöhnt. Eine amerikansiche Sichtweise auf den Sachverhalt findet sich z.B. hier: http://www.nowthissound.com/ntsib/2011/06/20/the-dad-horse-experience-de...
Als Deutsche müssen wir wohl etwas strenger mit unsereins sein, ich werd aber trotzdem auch weiterhin mehr an den Lyrics arbeiten als an der Aussprache ;-) Gott segne euch alle miteinander.

 

you say it, robert…

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