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Die Weseler Cotzrocker haben sich in den letzten Jahren eine große Fanbase erspielt. Durchaus zu Recht - zwar fand ich persönlich die Provokationen mit grenzwertigen Symbolen allenfalls suboptimal, aber ihr authentischer, kompromissloser Deutschpunk entbehrte nicht eines gewissen Charmes.
Mit dem aktuellen Album ist den vier Hallodris nun der bislang größte Wurf gelungen (und das sage ich nicht, weil Sänger Bogo gebürtiger Schermbecker ist - was bekanntlich der sympathischste Flecken Erde in deutschen Landen ist, zumindest das dort verortete Fußballstadion).
Textlich mit der gewohnt klaren, abkotzenden Note, mit der sich eine ganze Generation Jungpunks identifizieren kann.
Musikalisch ein erstaunlicher Schub nach vorne. Mit witzigen Ideen ("Nicht in dem Ton!") werden die an sich schon sehr facettenreich intonierten Stücke noch weiter aufgepimpt. Da wird dem geneigten Hörer auch mal eine Quetschkommode, Mundharmonika oder Fidel untergejubelt, mal Gypsy-Folkore angestimmt.
Mal meint man Sex Pistoleske Töne zu hören (Was Punk ist, bestimmen wir), mal backtotherootsigen Knüppelpunk (Atomkrieg jetzt! - hochaktuelles Thema), und schließlich gibt's wunderbaren Punkrock (Ohne Rückfahrkarte).
Und all das passt großartig zusammen, was wohl der größte Verdienst der Jungs ist.
Das äußerst aufwändige, selbstgebastelte Booklet mit Dutzenden Fotos und allen Texten unterstreicht noch die Glaubwürdigkeit der Band: "Das war für uns schon immer klar, weil es für uns nie eine Phase war" heißt es in "Ohne Rückfahrkarte" - das nehme ich ihnen nach wie vor 100% ab!
Fazit: Nie war Cotzrock so geil wie heute!
18.04.2011


Kommentare (2)Kommentar schreiben
28.04.2011
Aber gern!
stößchen nach wesel
27.04.2011
Ahoi Torsten!
Dank für die fachkundige Rezension;
Ein kräftiges "Prost!" aus dem Hause Cotzrock nach Dorsten -;)
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