Buster Shuffle - Do Nothing - CD Review
Format(e): 
CD
Genre: 
Soul, Ska, Reggae
Andere
Internet: 

Buster Shuffle

Do Nothing - CD
7

Nicht nur durch das sehr gelungene Debütalbum, sondern auch durch energiegelandene, spritzige Liveshows haben es die Engländer 2010/11 in wenigen Monaten geschafft, sich in die Herzen vieler Anhänger verschiedener Subkulturen und Normalmenschen zu spielen.

Mit 'Do Nothing' ist nun der langersehnte Nachfolger mit 12 Songs erschienen, die teilweise auch schon länger im Liveset vorhanden waren. Die Band hat sich mittlerweile auch mit einem zusätzlichen Organisten und zwei Background-Sängerinnen verstärkt die hier aufnahmetechnisch zum ersten Mal zum Einsatz kamen.

'Our Night Out' bestach durch eine unglaubliche Leichtigkeit, Witzigkeit und Musikalität, die man bis dato schon lange nicht mehr gehört hatte. Musik um sich auf's Wochenende vorzubereiten, um trällernd im Auto zu fahren oder bei einem Nighter einfach dazu zu tanzen.

Auf 'Do Nothing' geht es dagegen etwas nachdenklicher, melancholischer, ja, stellenweise sogar düsterer zur Sache. Thematisch geht es wieder um die kleinen zwischenmenschlichen Geschichten, die das Leben so liebens- oder hassenswert machen, um die erste oder große Liebe oder um diverse Schwierigkeiten mit den lieben Mitmenschen.

Die ersten drei Songs 'So Such Of Much', 'Brothers And Sisters' und 'Doesn't Matter' setzen dann aber genau da an wo 'Our Night Out' aufgehört hat. Swingende Gute-Laune-Musik, irgendwo zwischen Ian Dury, den späteren Madness und Britpop und wie bei dem dritten Song den Piranhas (kennt die noch jemand?).

Ein Hauch von Sixties-Garage-Pop weht dann bei 'Around Here'. 'The Lake Song' kommt mit sehr wenigen Riffs aus und versprüht eine sehr geheimnisvolle, ja fast schon düsteren Stimmung irgendwo zwischen Special's 'Ghost Town' und der Titelmusik von 'Der Dritte Mann'… gewöhnungsbedürftig, aber auch irgendwie genial.

Die Songs 'Elvis Vs. Wag', 'Just Keep Thinking', '15 Again' und 'Talkiing Sweet' sind mir in der Gesamtheit zu hektisch oder zerissen und erreichen mich nicht wirklich. Auch sind die Melodiebögen dieser Songs sind für meinen Geschmack zum Teil etwas schwer verdaulich.

'Made in China' und auch 'English Way' zeigen dann wieder etwas andere Facetten. Während 'Made in China' im klassischen, leicht melancholischen Madness-Pop-Gewand daherkommt, erinnert mich 'Englisch Way' stellenweise an die besseren Sachen von Robbie Wiliams. Den Partybogen schließen Buster Shuffle dann wieder mit dem Schlusstück 'Come In', einem flotten Offbeat, der die CD mit einem Gute-Laune-Song beschließt.

Ich muss gestehen, dass ich mit der Platte erst nach dem sechsten oder siebten Durchgang warm geworden bin und trotzdem kommt sie nicht an die Qualität des Vorgängers heran. Die Songs auf 'Do Nothing' haben im Vergleich zu den Songs auf 'Our Night Out' etwas an Spritzigkeit verloren, dafür aber an Melancholie dazugewonnen, was ich auch nicht schlecht finde. Leider befinden sich aber Lieder auf der Platte die unglaublich hektisch, zerissen und sperrig sind und den Gesamteindruck der Platte drücken.

Dennoch bleiben Buster Shuffle eine Ausnahmeerscheinung in der oft so gleichförmigen Skaszene. Mit ihrer Musikalität und Vielseitigkeit und ihrer genreübergreifenenden Musik bieten sie auch auf 'Do Nothing' eine willkommene Abwechslung zu sonstigen Veröffentlichungen.

Das Frontcoverfoto ist sehr stark, der Rest des Booklets versucht sich alllerdings in gepflegtem Understatement und wirkt doch etwas einfallslos auf mich.

Kommentare (1)Kommentar schreiben

 

ja, "our night out" ist dermaßen genial.
Logisch, dass man das nicht leicht toppen kann.
Schlecht ist die cd aber auch nicht

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