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Ein O.C. King of Kings-Tonträger ruft die "Kids of the black hole" zurück in den "Amoeba" Circle-Pit. "American dogs in europe" setzt das 2011er "The fastest kid alive"-Vermächtnis fort, daran läßt schon das (gekonnte) Artwork keinen Zweifel. Man ist wieder in der hauseigenen Spur unterwegs im House of ADOLESCENTS, seit "O.C. Confidential" bestimmt Code Blue erneut das Schrittempo, vergessen sind Irrungen und Wirrungen. Code Blue? Das "Blue Album" der ADOLESCENTS (1981 auf FRONTIER erschienen) ist neben dem SOCIAL D.-Debüt DAS zweite unbesiegte Melody Monster im O.C. Punk Rock Cage, an ihm messen sich die Sieger und scheitern die Verlierer. Seit Jahr und Tag. Unverdaulicher Blueprint für nachfolgende Klone-Generations. Melodien, die Herzen und Rippen brechen. Die Gitarren-Leads der AD's bewegten sich geschmeidig im Orca-Style: Atemberaubend schön, beeindruckend gewaltig und immer kreuzgefährlich. Pipeline meets Stacheldraht. Kein Wunder, hier griffen die Besten der Besten in Saiten und Felle: Das gesammelte ADOLESCENTS Line-up liest sich wie eine SoCal Best of..., eine California Punk Rock Hall of Fame (AGENT ORANGE, D.I., SOCIAL DISTORTION, FLOWER LEPERDS, HVY DRT, CADILLAC TRAMPS etc).
Die Band hatte anschließend schwächere Momente, das "Blue Album" lag wie ein erdrückender Schatten über seinen Nachfolgern und wurde von der Kritik leichtfertig als Damokles-Schwert mißbraucht. Der verspätete Zweitling "Brats in Battalions" (1987) zerbrach (unverdienterweise) am direkten Vergleich. Auch das brüderlich von Rikk & Frank Agnew dominierte 88er "Balboa fun zone" Album konnte in seiner Gesamtheit nur bedingt an das Debüt anknüpfen, O.C.-Glanzpunkte wie der Title Track besassen zwar den geforderten Killer-Instinkt, auf ganzer Strecke reichte es dann doch nicht. Hier war letztlich grün nur die Farbe des Vinyls und nicht der Hoffnung (Auf "Blau" 2). Die Talfahrt ging zählflüssig weiter...Stuck in the 90's, Stern Blue verblasste in endgültig Hard Rock-und Pop-Abwegen (SISTER GODDAMN, JOYRIDE).
Dann runderneuert durchatmen: ADZ, PIN UPS, "O.C. Condifential", "The fastest kid alive": Step by Step näherte man sich wieder alter Größe.
Die 4 Tracks auf "American dogs in europe" retten uns den Sommer. Versprochen. Hang ten in East Berlin. Und Hang loose für den Rest. Der titelspendende Opener reißt mit einem majestätischen Surf-Riff den Vorhang zur Seite, entfacht ein loderndes Feuer. Dann geht es Schlag auf Schlag: "Conquest Of The Planets Of The See Monkeys" (unglaublicher "Living in Darkness" meets "No friends"-Sound mit First Class Melodie-Bögen), "Stage Diving Daisy‘s Revenge" und "Destination Nowhere". Textlich noch immer zynisch bis ans Limit, der gestreckte Mittelfunger wird nicht auf die Wunde gelegt, sondern in sie hineingebohrt. Kein fades Schnickschnack/Lollipop/Safety Pins/Chicks-Gestammel sondern ein herzhaftes Update der originalen Suburban Teenage Angst made, in Fullerton 1980. Überdeutliche Referenzen: Alle Zeichen stehen auf blau, die ADOLESCENTS sind endgültig wieder zurück.
17.07.2012


Kommentare (1)Kommentar schreiben
17.07.2012
kurz, knackig und präzise auf den Punkt gebracht (sind ja schließlich auch nur 4 Songs)
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