4 SKINS - the return CD/LP Review
Label: 
Format(e): 
CD, LP
Genre: 
Oi!, Streetpunk
Internet: 

4 SKINS

the return CD/LP
1

Gary Hodges erweckt die 4-Skins im Alleingang zu neuem Leben. Vielleicht hätte er das lieber bleiben lassen sollen.
Unter den 14 Album-Tracks sind auf „The Return“ 6 neue Songs zu finden, 6 weitere sind immerhin neu eingespielt, hinzu kommen 2 Slade-Covers. Die Produktion ist nicht zu sauber und im Prinzip wäre dies oberflächlich betrachtet ein gar nicht mal so schlechter Output. Doch beim Durchblättern des unspektakulär aufgemachten und schlecht designten Booklets stolpere ich über ein paar Textzeilen, die mich meine Meinung augenblicklich revidieren lassen.
Im Song „Take no more“ heißt es: „Immigrants overun our land. Benefits office with an outstretched hand Competing for our homes and jobs,. Begging in their gypsy mobs Our country’s full, fear the worst […]“.
Bereits in den 80ern waren die 4-Skins bekannt für ihre eher unreflektierten Texte; hiermit setzen sie dem Ganzen die Krone auf. Hatten sie sich nach Southall noch vehement dagegen gewehrt, als rechts abgestempelt zu werden, katapultieren sich die 4-Skins nun, 29 Jahre später und beschnitten um ¾ ihrer ursprünglichen Mitglieder, selbst in dieses Lager und damit ins politische Abseits. Kein besonders respektvoller Umgang mit dem 81er Erbe!
Sowohl CD als auch LP erschienen bei Randale Records und das enttäuscht mich an der VÖ eigentlich am meisten, war dieses Label in meinen Augen doch bislang eines der besten in Sachen Oi!/ Streetpunk. Wenn man der Berichterstattung des Oireszene-Blogs Glauben schenken darf, dann gab es auch eine Stellungnahme von Randale Records zur Zusammenarbeit mit den 4-Skins, in der es heißt, dass das Label „auf kei­nen Fall vor ir­gend­ei­nen po­li­ti­schen Kar­ren ge­spannt wer­den“ will und „dass weder wir (Ran­da­le-​Re­cords) noch 4 Skins po­li­ti­sche In­ter­es­sen haben und in keins­ter Weise für ir­gend­wel­chen Fa­schis­mus ste­hen!!!“
Nur erübrigt sich das „vor einen politischen Karren spannen lassen“, wenn die Labelbetreiber dem Kritiker mit einer solchen Veröffentlichung diese Möglichkeit vorwegnehmen und sich selbst vor einen (rechts-)politischen Karren spannen. Und ebenso hat eine Distanzierung vom Faschismus noch nie die Verbreitung rassistischer Inhalte legitimiert! Nein, es scheint beinahe so, als hätten sich Oli & Diana mit diesem Album selbst disqualifiziert…

STELLUNGNAHME DAZU VON DIANA (RANDALE RECORDS):
"Die 4-Skins waren schon immer eine Band die mich sehr geprägt haben. Nach Cock Sparer waren sie eine der wichtigsten Bands in meinem Leben als junger Skinhead. Als wir nun mit unserem Label randale-records Kontakt zu den 4-Skins hatten und diese uns angeboten haben, dass wir Ihr neues Album herausbringen können, habe ich mich unheimlich gefreut. Vielen anderen wäre es wohl auch so gegangen. Wir haben zu dieser Zeit in keinster Weise daran gedacht, dass sich die 4-Skins textlich in einem fragwürdigen Bereich tummeln. Von Ihren alten Liedern kennt man das nicht.
Ich muss auch ehrlich zugeben, dass wir hier sehr naiv waren. Wir haben uns die Musik angehört und fanden sie gut. Mit den Jungs von 4-Skins haben wir uns prima verstanden, Politik war nie ein Thema. Auch haben wir die Texte nicht gelesen und beim Zuhören auch nicht so sehr darauf geachtet. Die problematische Stelle im Lied "Take no more" kannten wir somit nicht und sind erst durch die Berichte im Internet darauf aufmerksam geworden. Wir waren erst einmal selbst sehr irritiert denn der Text entspricht so gar nicht unserer Vorstellung und unserer Anschauung.
Wir haben uns dann sowohl mit den 4-Skins als auch anderen englischen Bands zu diesem Thema unterhalten. Die 4-Skins haben uns gegenüber dieses Statement abgegeben (übersetzt aus dem englischen):
"Der Song handelt maßgeblich von drei Themen, welche die derzeitige britische Politik bestimmen. Dies sind Immigration, korrupte Politiker und Ihre staatlich bezahlten Privatausgaben sowie Kriminalität. Es sind die Fragen welche die Briten derzeit am meisten bewegen und es waren die am meisten debattierten Themen bei den soeben stattgefunden Wahlen. Wie gesagt, diese Themen wurden von den Parteien heiß debattiert und eben auch das Thema illegale Immigration und die Probleme die damit einhergehen, wie die Sozialausgaben, die Probleme in der Wohnungssituation und die Belastung der Infrastruktur, etc."
Ein eher links eingestellter Brite meinte zu uns:
"I ve listened to the 4skins track " take no more" and its a sensetive subject but its pretty much what you read in the British press every day, the first verse is to do with the expenses scandal amongst mps in this country and the second verse mentions illegal immigrants and gypsies who come here because of our soft benefit system,I personally would nt write a song like that because it can get mistaken by political people{left or right} rather than being just "social commentary" the third verse is about the killings in London {mostly drug lords and young kids who wanna be gangsters} I dont think its a right wing song."
Diese Aussagen wollen wir nicht weiter kommentieren, müssen jedoch für uns selbst feststellen, dass Formulierungen wie im Lied "Take no Moore" wohl eher einem Stammtisch-Niveau entsprechen und nicht in das Text-Repertoire einer Skinhead-Band passen. Ob jemand aufgrund dieser Umstände für sich entscheidet die 4-Skins-Musik aus seinem Platten-Regal zu entfernen oder nicht muss er selbst entscheiden.
Wir als Label ziehen als Konsequenz daraus, dass wir künftig keine Veröffentlichungen mehr machen werden, ohne uns vorher die Texte der Titel durchzulesen und im Zweifel nachzufragen. Wir sind ein unpolitisches Label, wir möchten in unseren Veröffentlichungen keine fragwürdigen Meinungen und Texte haben und wir wollen keine Spaltung unserer Szene. Faschisten und Rassisten sind und bleiben sowohl in unserer Musik als auch bei unseren Konzerten unerwünscht!"

alles von:   

Kommentare (12)Kommentar schreiben

 

Ich glaub' was GANZ Großbritannien angeht ist das mit "Großbritannistan" übertrieben, wenn ich aber z.B. in Bradford oder teilen von East London wohnen würde, hätte ich auch Angst um mein Schweineschnitzel und Bier... Guckst du hier: http://www.muslimsagainstcrusades.com/

 

In England verhält es sich natürlich ähnlich wie in Deutschland. Teilweise hast du Großstätte mit relativ hohem Anteil von muslimisch Gläubigen, andererseits natürlich Kleinstädte und Dörfer mit dem Prozentsatz 0. Letztlich kann man festhalten, dass beide Seiten gut Öl ins Feuer giessen und die "The 4-Skins" mit ihrem Lied mit Sicherheit nicht Unrecht haben, egal wie sie es nun verpacken. Die Situation ist dort schon ziemlich angespannt und geladen und ich sehe erstmal keine Besserung in nächster Zukunft.

 

Die Gleichung ist ganz einfach:
Skinheadband + rassistische Texte = Disqualifikation!
Zumal die Qualität der Lyrics nicht unbedingt auf Menschen mit Eton-Abschluss schließen lassen.
Aber schlichte Gemüter brauchen seit je her schlichte Aussagen.

 

Na, das sollte eigentlich nichts spezielles mit Skinheads zu tuen haben, sondern mit allgemeiner Dummheit oder Naivität.
Gerechtfertigte Sozial und Islamismus Kritik hin oder her, so ein komplexes Thema paßt nicht in zwei plakativen Sätzen in den Text einer Punkband.
Da stellt man sich schnell in eine Ecke wo auch die "Garry Hodges Band" eigentlich nicht hingehört.

 

Die heutige "Gary Hodges Band" hat in den späten 80ern zahlreiche Konzerte mit Skrewdriver gespielt und war fester Bestandteil des RAC. Erstaunt bin ich nur über Hodges selbst, der aber auch vor dem neuen Album schon in entsprechenden Interviews Stammtischparolen i. S. d. kritisierten Textes rausgehauen hat. Davon hätte sogar Randale als 4-Skins-Fans (die sich nicht die Texte der eigenen VÖ's angucken?) etwas mitbekommen können.

 

4 Skins selber in alter Form haben sich Ende 84 aufgelöst. Vieleicht meinst Du ja mit Garry Hodges aktueller Backing Band Indecent Exposure, wo ja Anfangs Mitglieder davon mitgespielt haben z.B beim Punk and Disorderly.
Meines Wissens hat sich das aber schnell wieder zerstritten und seid den lezten Jahren sind Musiksöldner die auch bei Anti Nowhere Leaugue spielen da im Line Up.
Ja, Indecent Exposure waren klassicher RAC mit gemeinsammen Auftritten auch mit den ganzen White Noise und später B & H Bands. Und Lyrics wie "There is no black in the Union Jack" sprechen auch Bände. Na ja, von RAC bis zu Racist sind es ja nur drei Buchstaben.

 

Ja, na klar hatte ich auf Indecent Exposure angespielt. Mit wem Hodges jetzt spielt, interessiert mich seit dem nicht mehr, habe das nicht weiter verfolgt.
In den 80ern gab es keine RAC-Band, die nicht gleichzeitig eine White Noise-Band waren, jedenfalls meiner Erinnerung war das dasselbe.

 

So ist es aus meiner Sicht und Erfahrung auch gewesen, außer vieleicht die erzkonservative Combat 84, wobei aber deren erster Drummer auch später zu Brutal Attack gewechselt ist.

 

verdammt, jetzt hab ich mich doch verrechnet. Ich hab als 100% die 50 Mio "White British" genommen, stimmt natürlich nicht denn es sind nur 85% laut Wiki-Zahlen.
Also Prozente nochmal runterrechnen.

http://en.wikipedia.org/wiki/Ethnic_groups_in_the_United_Kingdom

 

Laut Wikipedia Zahlen 2001 haben wir in GB:

cirka 50 Mio Briten

500 000 Araber, also cirka 1%, oder hab ich mich da verechnet? Von denen werden wohl 90-95% Moslems sein, Rest Kopten usw.

dann noch 2,15 Mio "Pakis", gliedern sich auf in Pakistaner 750 000,
Bangla Deshi in etwa 300 000 (die beiden sind fast nur Moslems)

der Rest Inder, cirka 15% davon durchschnittlich Moslems

Qu:
http://en.wikipedia.org/wiki/British_Arabs

http://en.wikipedia.org/wiki/Ethnic_groups_in_the_United_Kingdom#2001_Ce...

Nur die Fakten.
Ich will ja nicht abstreiten das es da in Ballungsräumen Probleme gibt, aber "Großbritannistan" ist das für mich nicht, tut mir leid... Ich lebe hier in einer Stadt mit cirka 15% Türken, nur so als Vergleich...

 

Da Du ja wohl täglich in Großbritannien unterwegs bist wird es wohl stimmen. Ansonsten:
"Wer keine Ahnung, kann auch mal die Fresse halten"
oder hast Du Dir dein Halbwissen etwa bei PI angelesen ?

 

Was ist an dem Song "Take no more" verkehrt? Habt ihr euch überhauptmal mit der Situation in GB beschäftigt, bevor euer P.C.-Alarm anging?

2010 war der häufigste Vorname für neugeborene Jungs "Mohammed". Noch Fragen? Ganze Stadtteile von London sind fest in arabischer/pakistanischer Hand - dagegen ist Berlin-Neukölln ein Lebensborn für Arier!

Teilweise gibt es keinen einzigen autochthonen Briten mehr in diesen Stadtteilen und die Justiz ist so machtlos, dass sie nichts gegen die Sharia-Gerichte dort unternimmt.

Wer keine Ahnung, kann auch mal die Fresse halten. Schaut euch mal bei Youtube um über die Situation in Großbritannistan, dann reden wir weiter!

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