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LOUSY – Hangover in Moscow – Russland-Tourbericht

von Hupe, aus MP #27, 10.2004

Angefangen hat alles irgendwann 2003, als Alexander Matveenkov aus Bryansk und Dmitriy Shemetova (Neuro Empire Records, Moskau) Lousy fragten, ob sie auf dem „Boots On The Streets“ Sampler teilnehmen wollen und anschließend noch die Veröffentlichung ihrer beiden Alben als MC-Format für den russischen Markt ermöglichten.

In einer e-Mail dann erwähnten sie nebenbei, dass sie doch auch mal für nen Festival-Gig auf der „Russian Punk Cannonade“ in die Sowjetunion kommen könnten.

Drei Monate und Dutzende e-Mails später mit Touristen-Visa und auch ein bisschen Bammel (war der Terroranschlag von Beslan erst zwei Wochen Geschichte) bewaffnet saßen Fabian (Gesang), Rodney (Bass), Markus (Gitarre) und Ronny (Drums) dann am 14. September 2004 im Billig-Flieger von Berlin-Tegel aus ins Land der begrenzten Möglichkeiten.

Sie hatten 6000 km in 6 Tagen vor sich.

Auf dem Moskauer Domodedovo Flughafen angekommen erwarteten uns dann schon die ersten nervigen Taxi-Driver. Kein Wunder, dass die einen so penetrierten, erzählte uns Dmitriy später, dass der Flughafen doch gut 45 Autominuten von Moskau entfernt sei, ein gutes Geschäft also für die Lada-Fahrer.

Dmitiry und Stanislav (von der Moskau-Hardcore-Band G.a.l.g.e.n.) empfingen uns also 11 Uhr Ortszeit und wir enterten mit ner Büchse Blondem den Zug gen Innenstadt. In der oberen Ecke des Abteils war ein kleines TV-Gerät mit Videorekorder, der prompt beim Losfahren des Zuges mit irgend ’nem Komsomolzen-Kommi-Spielfilm aus Breschnjew-Zeiten bestückt wurde. Dmitriy erzählte uns dann auch schon die ersten Stories über die „Live Fast Die Young“-Szenerie in Russland, aber dazu später mehr.

Westliche Bands spielen gar selten in Russland so erfuhren wir. Hin und wieder kommen kleinere DIY-Hardcore-Bands von Skandinavien oder USA (eine Woche vor uns waren Outcold aus Boston am Start).
Als Exploited das erste Mal spielten, zogen diese 4000 Leute, und jeder der damals irgendwie Kohle hatte (selbst wenn er in Sibirien lebte) wohnte dem Konzert bei, und nach dem Konzert lieferten sich die Punx harte Fights mit den Cops.
Auch Offspring waren da und spielten vor 3000 Zuschauern, und Ende September 2004 sollen die Misifits kommen, die circa 1000 ziehen.

Aber ansonsten scheuen „westliche“ Bands Russland.

Am Tag unserer Ankunft hatten wir keinen Gig, da noch eine Hammer-Zugfahrt von 7 Stunden auf uns wartete. Sehr auffällig gleich zu Beginn, dass überall in der Luft Benzin-Geruch von alten Wolgas und Ladas liegt, denn Katalysatoren sind scheinbar Mangelware.

Wir eilten mit unserem Gepäck also quer durch Moskau und versanken unterirdisch über kilometerlange und „sinnlos-brutale“ Rolltreppen im Netz der Metro-Bahn. Für die 10 Millionen Einwohner der Stadt ist das zweifelsohne die beste Möglichkeit, für 50 Cent von A nach B zu kommen und für uns gab es nebenbei noch was für’s Auge, denn jede dieser marmorierten und bis ins Detail dekorierten Metro-Stationen glich einem Palast.

Die Gesichter der Passagiere waren sehr grimmig und irgendwie verbissen, was nicht unbedingt am Phänomen „Kommunikation-U-Bahn“ liegt, nein die Russen leben tagtäglich mit der Angst, dass irgendwo Schwarze Witwen ’ne Bombe zünden.

Schnell noch den fettigsten Broiler ever gegessen und schon saßen wir im Schlafzug nach Bryansk. Erinnert sich noch einer an die Toiletten der Reichsbahn, wo man noch zielgenau auf die Gleise scheißen konnte?
Diese Art Lokus ist auch heute noch Gang und Gebe in russischen Zügen.

Auf der Hälfte der Strecke dann weckte uns Rodney, wir sollen eilig zum gegenüberliegenden Fenster kommen. Wir machten
Halt im kleinen Örtchen Kurinitsche und der gesamte Bahnhof war bevölkert mit circa 100 Händlern.
Nicht irgendwelche Händler, der eine hatte ’nen Panther auf dem Kopf sitzen, der andere ’ne Cobra, widerum ein anderer hatte ’nen pinkfarbenen Elefanten auf der Schulter sitzen.
Die Russen scheinen übelst auf Plüschtiere abzufahren und so wurde auf dem Bahnhof bis auf’s Messer um Teddys von einem zum nächsten Zugwagon gefeilscht.

In Bryansk begrüßte uns dann am späten Abend „Wir haben-2-Varianten-Alex“ und ab ging’s zu Anna, die in einer chiquen russischen 2-Raum-Platte wohnte, die erste Flasche Wodka wurde geköpft und er lief wie natives Oliven-Öl, von Kopfschmerzen am nächsten Tag keine Spur.

Generell müssen wir sagen, dass die Russen sehr gastfreundlich sind, die geben für ihre Gäste das letzte Hemd her, so haben wir das in dem kurzen Zeitraum erlebt.

Vielleicht noch ein Wort zur Wohnungspolitik Putins. Generell, so auch in Moskau, bezahlen die in der jeweiligen Stadt geborenen Mieter um die 20 Euro Miete pro Monat. Zieht aber jemand von beispielsweise Irkutsk nach Moskau oder Bryansk, so muss er 500 Euro Miete zahlen. Eine sehr umstrittene Politik, die der Kreml da betreibt.

Es gibt eine Story um die Band Red Army (sehr guter 77-Punkrock) die aufgrund korrupter Bullen und Rassenhass ihrer Heimat Kasachstan den Rücken gekehrt haben, leider aber nur nach Sibirien „ausreisen“ oder in’s Exil gehen durften, beziehungsweise das war für sie die finanziell günstigste Möglichkeit.

Am nächsten Morgen ging es erstmal in ’nem 13-Mann fassenden Propangas-Kleinbus ab in die Mini-Rock-Hauptstadt Bryansk.

Bekannt ist die Stadt für seinen mit allerlei geschnitzten Holzfiguren bestückten Märchenwald, die Hexe Babajaga suchten wir indes vergebens.
Auf den Straßen rannten auch viele Typen in den unterschiedlichsten Uniformen rum, das hat weniger was mit Militär als vielmehr mit Security und Wehrdienst, den jeder männliche Student in Russland leisten muss, zu tun.

Nachdem wir uns mit Kippen (die billigsten für 30 Cent die Packung) eingedeckt hatten, gings auch schon zum ersten Gig ins „Akvarium“, einem Nichtraucher-Studentenclub, in dem so circa 200 Leute reinpassen, und in dem auch schon Antikörper aus Hamburg und Haggis aus Norwegen zockten.

Bereits vor dem Gig lernten wir auch die ersten Einheimischen kennen, die uns gleich mit Fragen überschütteten. Neugierig wurden uns Infos über Fußball, Faschos, Rabauken, Hooligans usw. abverlangt.
Klar, denn außer via Internet gelangen nur selten oder sehr spärlich Infos an die Russen.
Wir erfuhren, dass Hools in Russland gerne Vespa fahren. Und über das Problem Boneheads und Faschos darf man sich in Russland als Westeuropäer keine Fragen stellen: Nun können alle PC-Punx da draußen noch so wettern, ich hätte Euch gerne mal in Russland erlebt.

Das Land ist unendlich groß, das kann sich keiner von Euch vorstellen, die Szene erscheint einem dort wie in Ostdeutschland kurz nach der Wende, alles ist am Entstehen, weit entfernte Städte kommen nur zögerlich zueinander, ein übergreifendes und kommunizierendes Netzwerk oder gar strukturierte Antifa-Gruppen gibt es da so gut wie noch gar nicht, und es herrschen gewaltige Sprachbarrieren.
So kann es vorkommen, dass Klasse Kriminale aufgrund deren Optik für ’ne Faschoband gehalten werden.

Die Russen scheren sich nicht etwa ’nen Scheiß um die Texte, nein, sie verstehen sie nicht, so findet man im Plattenladen auch Slime neben Freikorps, Angelic Upstarts neben Skrewdriver und Johnny Cash neben Johnny Rebel.
Hier hilft es auch nix, den Leuten verbal die Fresse einzuhauen, so lernte auch ich, nein, hier muss man ganz sachte „aufklären“ und das Gespräch suchen.

Die Russen stehen vorrangig auf aggressive Musik und auf Ska-Musik und saugen irgendwie alles auf, was neu für sie ist. Völlig verständlich, denn die Erben Stalins hatten jahrelang gar nichts an Mucke.
In Städten wir Irkutsk oder Nowosibirsk etwa sind noch nie westliche Bands aufgetreten.

Support für den heutigen Abend machten 7teen aus Bryansk: Rumpel-Oi! und sogar Lokalmatadore-Coverversionen waren Programm.

Auffällig während des gesamten Konzertes war, dass die Zuschauer während den Liedpausen mucksmäuschenstill waren, die haben den militärischen Drill scheinbar im Blut, kannte ich vorher noch nicht.

Ich rege mich eigentlich immer darüber auf, wenn Bands ihre eigenen Gigs reviewen, so will ich mich kurz fassen und sagen, dass wir über die Reaktion des Publikums während unseres Gigs sehr positiv angetan waren, irgendwie waren alle am Tanzen und man ließ uns erst nach etlichen Zugaben von der Bühne.
Auch in den Liedpausen dann tauten die Leute auf und gröhlten „Dynamo Bryansk“– und „Eierkuchen united“– Schlachtrufe, aber keineswegs durcheinander sondern alle im gleichen Takt, sehr strange!

Nach dem Gig, ’ner weiteren Flasche Wodka und ’ner untertrieben gesagt schnellen Taxifahrt (der Fahrer hatte Scooter bis zum Anschlag aufgedreht) ging es gleich wieder zum Bahnhof, um mit dem Nachtzug noch Moskau zu tigern. Im Zug lernten wir kurz Pawel (!) aus Indien (!) kennen, der auf der Suche nach dem Bernsteinzimmer (!) war.

Nach ’ner Mütze Schlaf und Albträumen von pinkfarbenen Plüschtier-Elefanten, die Metro-Stationen in die Luft sprengen, gingen wir erstmal in die Plattenbau-Wohnung von Dmitriy und seiner Frau unweit vom Moskauer Zentrum.

Über Dmitiry zu schreiben sprengt wohl hier den Rahmen, denn er hatte eine Menge zu erzählen und gerne würde ich ihn in einer zukünftigen Ausgabe mal in Form eines Interviews selbst zu Wort kommen lassen.
Ich habe selten einen so schwarz-humorierten und zynischen Menschen kennengelernt, und zudem „darf“ er sich getrost Punk nennen.
Als Teen kam er irgendwann von Sibirien nach Moskau, da er die ständigen Bullenattacken dort satt hatte. Mitte der 80er verfolgten ihn die Cops, da er im Besitz einer Accept-LP war. Diese einzige und erste die er damals besaß warf er freiwillig bei seiner Flucht in den Schnee, da ihn sonst die Bullen arrestiert hätten.
Er hatte in Sibirien einen Nasenring und galt als Außerirdischer, sah, wie sein Bruder von einem Alki überfahren wurde und verzichtet gänzlich auf Kohle vom Staat, für „diesen“ Staat zu arbeiten wäre erklärter Selbstmord.

Seit einigen Jahren machen er und ein Kumpel Neuro Empire Records, was wohl das größte Label für Punkrock in Russland zu sein scheint.

Nachmittags dann, nachdem wir uns im CD-Store „Kaschuk“ mit CD’s (Vinyl in Russland=no chance!) eindeckten, die erste Sightseeing-Tour auf dem Roten Platz.
Auf dem Weg dorthin schoss Putin an uns mit 100 Sachen, ’ner Bulleneskorte und Blaulicht vorbei.
Zu unserem Erschrecken hat das Lenin-Mausoleum vor’m Kreml seit zwei Jahren geschlossen, so fuhren wir, ohne den geistigen Vater allen Übels gesehen zu haben, zum zweiten Auftrittsort dem „Mezzoforte“.

In Moskau läuft es oftmals so, dass sich Punx in irgendwelche Kneipen einmieten, um Konzerte zu veranstalten, Jugendzentren sind fehl am Platz. So war das „Mezzoforte“ eigentlich ein Jazzclub mit allerlei weiblichen Bediensteten, die ständig am Aschenbecher-Leeren waren, ständig und nervig! Private Radio und Neocondition (beides Ska-Punk-Bands) spielten noch mit, und die 150 Anwesenden verliefen sich etwas im großen Club. Relativ unspektakulärer Gig, der hiermit auch erwähnt sei.

Am nächsten Tag dann sollte es wieder via Nachtzug ins 1000 km entfernte St. Petersburg gehen. Wir hatten noch ’ne Menge Zeit, und so wurden wir auf ein weiteres Ska-Konzert der Gruppe Malefaktors in den Club „Relaks“ eingeladen.
Der Club befand sich ungeahnt im Keller eines Gebäudes, welches vor zwei Jahren Negativ-Schlagzeilen machte. Uns war schon etwas mulmig zumute, als wir das „Nordost-Theater“ betraten.
Wir wurden gefragt, ob wir ein/zwei Songs spielen wollten und taten dies dann auch.

Unmittelbar nach unserem Benefiz-Gig dann weiter zum Zug, der mit 40/50 Punx gen Leningrad düste. Hier trafen wir auch auf die Deutsch-Punx von Hausvabot aus Berlin, die wie die anderen Bands G.a.l.g.e.n. und Diagenz die nächsten beiden Tage mit uns bestreiten sollten.

Außerdem im Zug saßen Orgasm Nostradamusa über die es auch so einiges zu erzählen gibt, denn sie sollten erstmals mit neuem Line-Up auftreten. Die beiden früheren Bandmembers Ugol und Archip soffen sich tot, der eine starb an 4.8 Promille, und der andere ließ sich im Suff Kühlflüssigkeit statt Wodka von irgendwelchen windigen Halunken eintrichtern und verstarb ebenfalls nach zwei Tagen Krankenhaus und Magen-Auspumpen.

„Live Fast Die Young“ wird bei den russischen Punx groß geschrieben, so lernten wir viel-zu-große-XL-T-Shirts-tragende Typen kennen, die gerade mal 20 Lenzen zählten, jedoch doppelt so alt aussahen, immer glasige Augen und ’ne Pulle Korn in der einen und ’ne Getreidekaltschale in der anderen Kralle.

Zum Nachteil Orgasm Nostradamusa’s kommen die Jungs auch noch aus Ulan Ude irgendwo an der Grenze zur Mongolei und waren beim Eintreffen in Moskau schon sage und schreibe 3 Tage mit dem Zug unterwegs.

Da in St. Petersburg 13 Bands spielen sollten, die Spielzeit jeder Band somit auf 15 Minuten begrenzt war, Orgasm Nostradamusa dann aber zum Glück noch in Moskau mit 30 Minuten Spielzeit dabei waren, sind sie für insgesamt 45 Minuten Punkrock 8 Tage mit dem Zug (Sitzabteil) unterwegs gewesen – nicht schlecht!

An diesem Samstag hatte keiner unserer Moskauer Begleiter so richtig Bock, uns in die St. Petersburger Innenstadt zu begleiten, da die Moskauer aus irgendeinem Grund diese Stadt nicht mögen.
In einem Sammel-Taxi dann quatschten wir einen Typ namens Aleksej an, der bereit war uns ex-Petrograd zu zeigen. Aufgrund unseres simplen Schul-Russisch waren wir ein bisschen gehandicapped, was die richtige Auswahl von Bootsfahrten usw. betraf, und so empfahl uns Aleksej die 1-stündige Fahrt auf ’nem kleinen Kutter inmitten durch das russische Venedig.
Er gesellte sich dazu, und so hatten wir einen prima Reiseführer, der uns unter anderem den Panzerkreuzer Aurora zeigte.

Fabian stärkte sich anschließend noch mit getrockneten Algen, und danach gingen wir in den Club „Pyatnica“, in dem sich circa 250 Punx tummelten.
Dieser Club wurde wie auch die Clubs in Moskau eigens für das Konzert angemietet, normalerweiser dient die Location wohl als Techno-Disse, was der benachbarte Dumm&Bass-Floor bewies.

Heute also sollte mit 13 Kapellen das erste „Russian Punk Cannonade“-Festival dieser beiden Tage stattfinden. Für alle Bands, die am nächsten Tag noch bei der Moskauer Festival-Auskopplung mit am Start waren, startete der Nachtzug von St. Petersburg aus schon um 21 Uhr, und so hatten alle Kombos wie gesagt nur 15 Minuten Spielzeit. Positiv überrascht haben mich Diagenz, die guten 82er-Punkrock mit ordentlich Melodie spielten.

Nach fünf Songs hieß es auch für uns mit klammen
Klamotten, leeren Bechern und über 70 Sachen im Schwarz-Taxi zum Bahnhof. Unser Hans-Dampf-In-Allen-Gassen Stanislav orderte schnell noch eine Palette Bier und wir machten es uns im 4qm-Nichtraucher-Abteil zu acht bequem.
Auch heute wieder trafen wir die obskursten Leute so zum Beispiel unseren Pornobalken-und Schnellficker-Hosen-tragenden Froi!nd aus Aserbaidschan, keine Ahnung worüber wir redeten, denn er verstand uns und wir ihn genauso wenig wie Gabi Zenker aus der Lindenstraße ihre Kundschaft.

Am nächsten Tag dann sollte im Moskauer Club „Totschka“ auch schon das letzte Abendmahl steigen. Der Vorverkauf lief sehr gut und Dmitriy rechnete mit 800 Leuten, was wohl vorrangig am Auftritt vor heimischem Publikum von Purgen lag.

Markus und ich ließen uns eine weitere Sightseeing-Bootstour auf der Moskwa nicht entgehen, und merkten, dass selbst Sonntagnachmittag Moskauerinnen das Wochenende mit Hartalk ausklingen ließen – drunken chicks everywhere.

Am Club angekommen, war dieser schon mit 900 Punx gefüllt. Circa dreiviertel der Anwesenden schmückte sich mit ’nem Purgen-T-Shirt, die Band hat dort ähnlichen Kultstatus wie hierzulande beim Force-Attack-Locken-Iro olle Exploited, uns ein bisschen unverständlich, da sie live nun wirklich nicht der Hammer waren (Durchschnitts-Uffta-Punk ebenfalls im 82er-Soundgewand mit ’n paar Crustanleihen und viel Metalgitarren).
Zudem hat Sänger Russlan seine eigene Art, den fett verdienten Braten unter den Bandmembers aufzuteilen, ob das nun noch Punkrock ist – ich weiß es nicht!?

Heute war das Line-Up ungefähr das gleiche wie am gestrigen Tag, so spielten G.a.l.g.e.n, Diagenz, Hausvabot, Private Radio, 7teen, Tanzilit und wir 20-minütige Sets vor durchweg tobendem Publikum.
Orgasm Nostradamusa und Purgen fegten den Saal dann gegen 12 Uhr leer.

Nachdem wir unseren Krempel beisammen hatten, feierten wir den ersten Abschied und Wodka wurde von der Trinkhalle um die Ecke organisiert.
Da man auf offener Straße in der Hauptstadt nichts zur Kehle führen darf, verzogen wir uns wieder in die dunkle Gasse vorm Totschka.

Gleich nebenan vergnügten sich Freier mit dem gröbsten HIV-Abschaum, den Moskau wohl zu bieten hat. Das Treiben glich dem auf ’nem Viehmarkt: Freier Dickbauch saß im Auto und strahlte mit seinen Scheinwerfern in einen Pulk Nutten, eben jene waren nummeriert und durften einzeln in den Lichtschein des Autos vortreten.
Freier Dickbauch entschied sich für Nummer 5 und handelte dann mit dem Sittenpfiffi-Zuhälter den Preis aus.
Passte einem irgendwas nicht, gab’s mit den spitzen Schühchen was vor den Latz.

Uns wurde das Treiben zu wild und wir suchten unseren wohlverdienten Schlaf auf Dmitriys kariertem Sofa.

Am nächsten Tag dann lasen wir in der Zeitung, dass unweit des Clubs auch noch ein Fascho-Konzert stattfand, und sich Boneheads und Cops im Anschluss des Gigs in der Metro waffelten – gottseidank hatten die Punx wie auch hierzulande kein Kleingeld für die Metro.

Am nächsten Morgen, den 20. September war alles so stressig, dass wir nichtmal Zeit hatten, uns ordentlich zu verabschieden, und so gilt unser Dank hiermit den Organisatoren Alex und Dmitriy, unseren ständigen Begleitern Stansislav und Den, den Bands 7teen, Diagenz und Orgasm Nostradamusa und allen netten Russen, die wir kennengelernt haben!

Do Swidanja.

Achso, Bier am Kiosk für 60 cent, in der Kneipe 1 Euro. Zahlreiche Fotos der Tour unter www.lousy.de

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