Literatur

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Punk London 1977. The Roxy, The Vortex, Kings Road and beyond. (Carpet Bombing Culture 2016) Review
Derek Ridgers
In einer Welt, die zusehends digitaler wird, erfährt das Medium Fotobuch Hochkonjunktur. Gleiches gilt für die Jugend(sub)kulturen der letzten 60 Jahre. Kaum ein Jahr vergeht, in dem nicht irgendein neuer Hooliganfilm rauskommt oder ein Buch über Rock’n’Roll, Punk oder Skinheads das Licht der Welt erblickt. 2013 und ‘14 erschienen von dem in Deutschland bis dahin weitgehend unbekannten...
Yesterday Kids Review
Tim Hackemack
4 Jahre, 15000 Kilometer und unzählige Stunden Fleißarbeit hat der Münsteraner Musiker, Photograph, Familienenvater und Autor investiert um diesen fast 2,5 Kg schweren Bildband zu veröffentlichen. Porträtiert werden 77 Damen und Herren aus der gesamtdeutschen Punk und Skinhead Szene die schon weit die 45 überschritten haben. Das Punkrock schon lange keine reine Jugendsubkultur mehr ist...
Topf & Söhne - Besetzung auf einem Täterort Review
Karl Meyerbeer (Herausgeber), Pascal Späth (Herausgeber)
Neben dem erfreulichen, trauten Club von heute waren vor Zeiten noch diese nicht nur etwas anderen Örtlichkeiten, an denen Punk brach, in denen aber nicht angesichts eines lumpigen Festivals von einer "XY-Nation" der teuer abgefüllten, fidel auszunehmenden Gäste gefaselt wurde: Habe das Geschehen in und um das Erfurter Topf-Squat Anfang des Jahrtausend ein paar Jahre mal mehr, mal...
The dirty nails and frantic tales of Coffin Creek – Buch mit Single Review
Niklas Coskan
Die begnadet irrwitzigen und genial illustrierten Stories erinnern atmosphärisch bisweilen an das bizarr-abgefahrene Geschehen in den alten „Gespenster-Geschichten“ – Comics, betagtere Damen und Herren unter Euch werden sich erinnern. Phantastisch in Szene gesetzt in düster-hypnotisch-genialen Schwarz-/Weiß – Bildern, halb Comic, halb Bilderbuch. Auf jeden Fall groß! Zunächst wird die...
Auf Jahre Messeblatt #3/3,5 Review
Splitzine
Die #3 des "Auf Jahre unschlagbar" kommt als Splitzine mit dem "Messeblatt", das mir bislang unbekannt war. Und irgendwie ist mit dieser Kooperation auch ein bißchen vom Charme des TeBe-lastigen FuBa-Zines aus der Hauptstadt flöten gegangen. Das beginnt mit dem seltsamen Cover, das (hier leider nicht zu sehen) das Schrott-Pop-Duo Mixed Emotions zeigt, ein unbeholfener Versuch aus der...
Der gestreckte Mittelfinger #8 Review
Scheisshauslektüre für lange Sitzungen, April 2015 incl. Disco Lepers CD
So elektrisierend ich seine Band Front finde, so wenig hat mich das Zine von Meister Falk Fatal berührt. Ist die desolate Situation unserer Welt und die Ohnmacht, daran kaum etwas ändern zu können im Vorwort noch punktgenau in Zeilen gegossen, so ergibt eine in mehrere Teile ausdifferenzierte Aufarbeitung der Chaostage 2004 (!) in Wiesbaden (!!) wenig Sinn (jedenfalls für jenen nicht...
Anger is an Energy - Mein Leben unzensiert Review
John Lydon
"I don't work - I just speed." (Sex Pistols - "Seventeen") Wer immer noch nicht weiß, dass Sex Pistols' "Never mind the Bollocks" das beste (wichtigste und überhaupt superduperste) Album aller Zeiten ist und Public Image Ltd. die beste Band, bekommt das noch einmal auf 650+ Seiten aus Rotten-Sicht dargelegt. John, Rotten und Lydon erklären die Welt gnadenlos aus eigener Sicht, wobei...
Lockenkopf #8 Review
Januar 2015
Zwar ist es vielleicht etwas einseitig, gleich zwei Tourberichte hintereinander an den Anfang des Heftes zu stellen (Secret Army und Halbstarke Jungs), aber da ich zumindest die Spanier sehr verehre drücken wir mal beide Augen zu. Ganz amüsant zu lesen die Erlebnisse des ungenannten Redakteurs, der es wagte, gemeinsam mit seiner Großmutter ein Konzert der „Amigos“ (https://www.youtube....
Essay oder stirb Review
Frank Nihil
Im Leben des Frank Nihil tut sich nicht viel Aufregendes – trotzdem bringt er es zu Papier. Das wäre nicht das Problem, würde er es komisch, ironisch oder in seiner Schlichtheit irgendwie packend inszenieren. Leider bleibt es aber allzu oft bei einer eher langweiligen Form der Lakonie, der Irrwitz des Alltags und irgendwie auch des Lebens wird immer wieder angerissen, selten aber auf...
Boots'n'Pages #1 Review
28 A5-Seiten, Sommer 2014
Es grenzt an modernes Raubrittertum, für diese paar zusammengetackerten und jeglicher Gestaltungskunst entbehrenden Seiten zwei Euro aufzurufen. Ein x-fach abgelutschtes Covermotiv, ein paar dünne Bandvorstellungen, zwei Konzertberichte („Eigentlich wollte ich ja Gumbles und Volxsturm ja noch sehen, aber außer ein paar Lieder von den Gumbles, hab ich davon nicht mehr viel mitbekommen...
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