Historisches & Biographien

Labels, die sie kennen sollten – heute: POGAR RECORDS, West-Berlin

von Mr. Stringer, aus MP #11, 09.1998

Neben Rock-O-Rama in Brühl und Thomas Ziegler’s Mülleimer-Records (heute A.M.-Musik und fast ebenso zweifelhaft, wie die Geschäfte des Herrn Egoldt) gab es in den frühen Achzigern eigentlich nur eine Möglichkeit, an Punk- und Oi-Schallplatten zu kommen (es sei denn, man hatte einen gutsortierten Laden vor der Haustür, was im Gegensatz zu heute die wenigsten von sich behaupten konnten).

Diese besagte Anlaufstelle war der Berliner Laden und Mailorder Vinyl Boogie, dessen Betreiber allerorts mit der „pissgelben Punkliste“ warb, was Spötter dazu veranlasste, von der „punkgelben Pissliste“ zu sprechen.

1984, die wilden Hausbesetzerjahre waren fast schon gegessen, lenkte ich zum zweiten mal meine Schritte in die damalige Frontstadt Berlin, u.a. um mich höchstselbst nach Kreuzberg zu begeben, um diesem legendären Etablissement meine Aufwartung zu machen.
Da stand ich nun, der kleine Punkjunge aus der Provinz, mitten im Ghetto von Berlins (damals) schmuddeligstem Stadtteil und betrat auf der Gleditschstraße jenes Ladenlokal, das dem gemeinen Passanten reichlich bizarr anmuten mußte.

Brüllend laut schallte mir irgendeine ultrabrutale (wahrscheinlich finnische) HC-Band entgegen, Gestalten mit Riesen-Spikes auf dem Kopf und ca. 1.000.000 Nieten auf der Jacke (so kam’s mir jedenfalls vor) drehten sich nach dem Neuankömmling um und erkannten mich wahrscheinlich als das, was ich war, nämlich ein 82er Spätlese-Punker aus Westdeutschland – ziemlich uncool für Berliner Verhältnisse.

Ich tat also, als wenn nix wär‘ und stöberte interessiert durch die Scheiben, die allesamt in umfrisierten Mülleimern drapiert waren.

Das damals ziemlich begrenzte Taschengeldbudget machte keine großen Sprünge möglich – immerhin hatte ich die Pinunzen für die Cretins/Blut & Eisen Split 7″ und eine LP der italienischen Hardcore-Legende Wretched (unanhörbar), denn irgendwie mußte und wollte ich den Peinlichkeitsfaktor ein wenig senken, erwarb ich nämlich darüber hinaus noch die erste Ärzte-Single, eine Tatsache, die mich selbstverständlich in den Augen des Verkaufspersonals und der herumhängenden ‚Stammkunden‘ vollends diskreditierte.
Na ja, jeder macht sich so gut es geht zum Kasper.

Warum ich Euch das alles erzähle?

Nun, eben jener Betreiber des Vinyl Boogie (ein gewisser Andreas, der angeblich später an Aids verstorben ist – Vorsicht Gerücht!) unterhielt neben Laden und Mailorder in der ersten Hälfte des letzten Jahrzehnts ein kleines, aber wirklich feines Label – eben Pogar Records.

In mehrfacher Hinsicht eine besondere Firma: abgesehen von einer Mini-LP erschienen nur Singles und meines Wissens haben alle involvierten Bands hier jeweils ihr Debut abgeliefert. Sehr bemerkenswert. Aber genug der Vorrede, steigen wir ein:

Die Ehre, als Pogar 1 zu erscheinen wurde der Band Harnröhrer zuteil.

Ihre selbstbetitelte 4-Track EP gefiel durch mitsingkompatible Mittempo-Rocker, die inhaltlich teils nichts neues zu bieten hatten („Stadtguerilla“, „Bundeswehr“), immerhin bei „Manchmal hab ich’s satt“ sich aber kritisch mit der Situation der damaligen deutschen Punkszene auseinandersetzten. Die Band hat danach leider nie wieder von sich hören lassen, da die Single ansonsten informationstechnisch so gut wie nichts hergibt, kann ich Euch an dieser Stelle nur noch berichten, daß dieser Erstling im Jahre des Herrn 1982 erschien.

Ähnlich verhält es sich mit den Honkas – bereits einem der (allerdings zahlreichen) Highlights der Firma. Auch hier gibt das Postercover nur spärliche Infos preis, da man aber Sick Pleasure grüßt, gehe ich davon aus, daß es sich bei den Damen und Herren um ein Berliner Orchester handelt. Das Ding schimpft sich „Für Fritz“ und der Titeltrack ist einem gewissen Fritz Honka gewidmet, meines Wissens ein berüchtigter Massenmörder im Hamburg der zwanziger Jahre.
Ein totaler Ohrwurm.
Ebenso fantastisch das phänomenale „Jesus liebt dich“, gehalten im Kirchentagsliedgut-Outfit – köstlich.
In „Kunst“ bekommen noch die ach so tollen Kreativen ihr Fett weg und überhaupt ist das Stück Plastik mit den 5 Liedchen ziemlich unkonventionell – auch musikalisch.
Minimalisten-Punk könnte man den Sound nennen, durch den mehrstimmigen männlich-weiblichen Gesang aber immer mit hohem Hitpotential.

Neben der Berliner Adresse des Vinyl-Boogie sind weitere Vertriebs-Anschriften in England, Finnland und Brasilien (?) angegeben. Was will man uns Staunenden damit sagen?

Trotz des unglaublichen Potentials, das in dieser EP steckt, war es der Band nicht vergönnt, der Welt weitere Machwerke mit auf den Weg zu geben.

Dem Kracher folgt dann ein schwächerer Output, die Malinheads veröffentlichen 1983 als Pogar 3 ihre „Probegepogt in Spandau“ EP, die in 2. Auflage später nur noch nach dem ersten Stück „Hoax“ heißt.

Ziemlich hardcorelastig das Ganze, für deutsche Verhältnisse vielleicht sogar schon wegweisend, leider aber nicht besonders überzeugend in der Ausführung. Und Titel wie „Bex & Sex“ fand ich damals schon peinlich, auch wenn dieses Niveau-Level heutzutage reihenweise noch unterschritten wird.

Die Berliner haben mit „Medical fame“ im Jahr 1987 dann noch eine zweite EP ebenfalls bei Pogar herausgebracht, was gleichzeitig die letzte Veröffentlichung des Labels darstellen sollte. Das Stück Plastik befindet sich leider nicht in meinem Besitz, so dass ich der geneigten Leserschaft nichts über den kulturellen Wert der Platte berichten kann.

Kommen wir also lieber zur Doppelnummer Pogar 4/5, der wahrlich legendären Doppelsingle der Berliner Kultpunx Vorkriegsjugend.

Mein Gott, was waren wir damals platt ob der unglaublichen Aggression, der Wut und des Hasses, die sich in jeder Textzeile des Sängers manifestierte.
Gehobenes Spieltempo, aber alles im Rahmen, dazu dieses brutale Organ und die knallharten Texte machten „Heute Spaß, morgen Tod“ zu einem absoluten Muss.

Insgesamt 7 Songs werden auf den 3 Seiten präsentiert (eine ‚7‘ war einseitig bespielt), einer genialer als der andere. Auch wenn man inhaltlich heute den Jungs nicht mehr folgen kann, so ziehe ich nach wie vor den Hut vor diesem Meisterwerk, das auch die 1984 erschienene LP noch überragt.

Die Mannen von der Vorkriegsjugend gehörten zu dem Berliner Musikermischmasch aus dem, für den Wessie schwer zu durchschauen, später oder auch zeitgleich Bands wie Manson Youth, Combat not Conform, Sick Pleasure, Porno Patrol, The Rest, Zerstörte Jugend, Vellocet und auch Jingo de Lunch entstanden.

Zu dieser Zeit regierte hierzulande der Finnen-Hardcore und jede noch so beknackte Kombo konnte mit Hilfe des Exotenbonusses unverdiente Lorbeeren einheimsen.

Das beflügelte wohl Labelboss Andreas zu einer, aus heutiger Sicht, wohlgelungenen Pioniertat: er veröffentlichte mit dem Sampler „Grito suburbano“, was auf portugiesisch soviel heißt wie „Schreie der Vorstadt“, den ersten hierzulande erhältlichen Brasilien-Sampler als Mini-LP.

Beteiligt waren die neben Ratos de Porao (die später Metal machten) wohl ‚größten‘ Acts vom Zuckerhut, nämlich Olho Seco, Colera und Inocentes.
Auch heute noch ein Klassiker.
Die Bands klingen zwar alle gleich, haben aber aufgrund der gnadenlos brutalen, aber dennoch melodischen Gitarrenarbeit, die allen zu eigen ist, einen hohen Wiedererkennungswert.

Es handelte sich selbstredend um eine Lizenzpressung, die hier aber, im Gegensatz zu erwähnten Finnen, wirklich Sinn machte. Mehr als nur ein Dokument, sichert sie Euch, wenn ihr die Platte irgendwo feilgeboten seht.

Wahrscheinlich die erste deutsche nicht-Berliner-Band auf Pogar waren wohl die aus der Gegend von Kassel stammenden Maniacs, bei denen mir gerade auffällt, dass sie entgegen der sonstigen Labelpolitik bereits vor dieser Veröffentlichung eine Split-LP mit den Göttingern von der Tin Can Army herausgebracht hatten.

Sei’s drum, die 4-Song EP „Salute the survivors“ hatte mit „(Just a) one way education“ einen Ohrwurm zu bieten, der Rest fiel aber etwas ab und dümpelte im HC-lastigen, aber unspektakulären Fahrwasser.

Auch ihre späteren Outputs waren für mein Dafürhalten nicht der wahre Jakob, obschon die Formation lange einen Hautkopf in ihren Reihen als Bassist beschäftigte, der aber auch nicht, wie man es hätte erwarten können, für etwas gemäßigteres Tempo sorgte.

Alles in allem sicher kein Höhepunkt im Gesamtwerk des rührigen Berliner Klein-Labels.

Bei Bands mit Namen Maniacs muß man im Übrigen vorsichtig sein, ich kenne vier verschiedene Kombos gleichen Namens, zwei davon allein aus Deutschland, Verwechselungen sind vorprogrammiert. Wahrscheinlich gibt es ein Dutzend Namensvettern.

Als Pogar 7 erschien dann eine Single der bereits auf ‚Grito Suburbano‘ in Erscheinung getretenen Brasilianer Olho Seco (=trockenes Auge, bezieht sich auf den Zustand der südamerikanischen Gesellschaft, über die man schon nicht mal mehr weinen kann …)

Ein weiteres Sahneteil, waren doch, neben zwei schon von der Compilation bekannten Songs, die Überknaller ‚Isto e‘ Olho Seco‘ und ‚Vira violentia‘ vertreten, die in höchster Singalong-Manier nicht mehr aus dem Ohr weichen.

Erstklassig!

Ein weiterer großer Wurf gelang mit der Veröffentlichung der Split-EP der ziemlich gegensätzlichen Kapellen Disaster Area, schon damals eine Skate-Band, und der Fun-Punk-Formation Schlimme Finger, but remember, damals, man schrieb das Jahr 1985, war der Begriff Fun-Punk noch weiß Gott kein Schimpfwort.

Beide Bands wissen auf ihre Art total zu überzeugen, D.A. lehnen sich natürlich an damals angesagte US-Skate-Acts wie Agent Orange, T.S.O.L. und J.F.A. (=Jodie Fosters Army) an, können aber durchaus eigenständig auf Mitgröhl-Hammer wie ‚Skate tonight‘ verweisen.

Die Schlimmen Finger halten besonders mit ‚Grießbrei‘ allemal das Niveau der damals noch voll akzeptablen Toten Hosen und Ärzte.

In einem 1985 von mir geführten Interview für das damalige ‚Ach & Krach‘-Fanzine entpuppten sich Disaster Area im übrigen als überaus nette Zeitgenossen, die im Gegensatz zu den damals etablierten Bands aus dem Skate-Genre einem gekühlten Gerstensaft keineswegs abgeneigt waren und deren Schlagwerker mit einem Westham-United-T-Shirt aufwartete. Na, wenn das nicht für sie spricht, zumal der geniale Name der ‚lautesten Band des Universums‘ entliehen wurde, bekannt aus der ziemlich glorreichen Serie ‚Per Anhalter durch die Galaxis‘.

Tolle Scheibe, das Ganze.

Weniger toll war dann allerdings Pogar 9, eine Single namens ‚No hope of future‘ der britischen Varukers, für mich nach wie vor eine ebenso billige wie mißratene Discharge-Kopie, um die ich mich nie gekümmert habe, was zur Folge hat, daß ich dieses Machwerk nicht besitze.

Selbiges gilt für die ebenfalls britischen Chaos, die als Pogar 10 wiederum 1985 die „Tribunal warfare“-EP veröffentlichten, bei der ich leider schon wieder passen muß, da als fehlend in meiner Kollektion geführt.
Schande über mein Haupt.

Die Zeit der Höhenflüge war dann aber auch in etwa vorbei.

Noch im Jahr 1985 kam mit der „Bombenterror“ EP der West-Berliner Marplots als Pogar 11 eine eher durchschnittlich-durchwachsene Schallplatte auf den Markt, die mit Plattitüden a la „Bombe hin und Bombe her, die Russen wollen immer mehr, aber auch die USA stehen nicht ohne Bomben da“ glänzten und dazu einen wenig aufregendes Punk/HC- Gebräu kredenzten, das gehobenen Ansprüchen nicht genügt.
Im Fußball nennt man das Ergänzungsspieler, was soviel heißt, wie „die Scheibe ist für die o.k., die sonst schon alles haben“.

Einer von mehreren Vorkriegsjugend-Ablegern waren Vellocet, die mit „Here’s the warning“ eine 4-Song-EP als Pogar 12 präsentierten, die zumindest mit dem Hit „Nightmare“ voll zu überzeugen wußte.

Die drei übrigen Trax leiden ein wenig an den nur rudimentär vorhandenen Anglistik-Kenntnissen des Vokalakrobaten Jens und der gelegentlich etwas stumpfen Songstruktur.

Die Band konnte sich später dann noch steigern, 1987 erschien mit „Captive of reality“ die Debut-LP auf Snake, einem Unterlabel von Mülleimer-Records, die aber durch die ‚Welcome to dimension Tour‘ LP noch schwer getoppt wurde, welche im Jahre 1989, Punk spielte zu dieser Zeit nur eine absolut untergeordnete Rolle, wirklich brilliant daherkam.

Bei Gelegenheit zuschlagen.

Wie bereits erwähnt hatten die Malinheads die zweifelhafte Ehre, den bunten Reigen an Veröffentlichungen mit ‚Medical fame‘ 1987 zu beenden, eine Zeit, in der auch in etwa die Schließung des Ladens fallen dürfte.

Erwähnung finden sollten noch zwei EP’s, die auf eigens zu diesem Zwecke gegründeten Sub-Labels erschienen – da wäre zum einen die erste Single der Bocholter Cowpunk-Kapelle The Waltons, die ihren Wohnsitz karrierewirksam frühzeitig vom westfälischen Hinterland ins mondäne Berlin verlegt hatte. Das Teil wartet mit herrlichen Squaredance-meets Psychobilly-mäßigen Singalongs auf und kann über die volle Distanz überzeugen.

Das Label nannte sich Korea-Records, dort müssen in der Folge weitere Produkte das Licht der Welt erblickt haben, ist doch die Debut-LP der Herren John-Boy, Jim-Bob und Jason Walton immerhin als Korea 04 erschienen.
Auch sehr zu empfehlen, total partytauglich, das Gerät, leider ließen sich die drei wackeren Westfalen später die Haare wachsen und penetrierten ihre Mitmenschen mit einer Art Cow-Metal, den irgendwie keiner so recht brauchte.

Inzwischen dürften die Mannen, trotz eines erstaunlich langen Atems, das Handtuch geworfen haben, was im Zweifel keinen interessierte.

Und auch die erste Single der Berliner Clockwork-Glatzen The Voice (you know?) soll angeblich auf einem Sub-Label von Pogar erschienen sein, auch wenn Cover und Platte nichts derartiges hergeben.

Daß das Ding für deutsche Verhältnisse ein absoluter Oberkracher ist, brauche ich hier wohl nicht zu erwähnen, immerhin erschien die Scheibe bereits 1985 und gehört somit zusammen mit den Alliierten, den Onkelz, den Herbärts und den Springtoifeln zu den ersten bundesrepublikanischen Vinylveröffentlichungen auf dem Glatzensektor überhaupt!

Mit ’54-46 that’s my number‘ bedienen sich die 6(!) Mannen (mit Posaune und Keyboard) bei den Maytals und die verbleibenden Songs ‚Teenage Nightmare‘ und ‚I was walking‘ spielen ebenfalls gehobene Klasse und brauchen sich im Gegensatz zu anderen germanischen Formationen der Achziger vor englischen Musikanten gleichen Haarschnitts nicht zu verstecken.
Man grüßt unter anderem Stade sowie ‚alle Trojan Skins‘ und hat somit bei mir sowieso schon gewonnen.

Die Single ist im übrigen weit besser als die beiden später veröffentlichten LP’s, obschon die nun wahrlich nicht schlecht waren. Falls das Ding wirklich auf dem Vinyl-Boogie-Mist gewachsen ist, bedeutet das einmal mehr das Prädikat ‚Meilenstein‘.

Posthum kam dann noch im Jahr 1991 eine Compilation-LP namens ‚Alter! Das Album‘ heraus, die mit einem Querschnitt aus dem Labelprogramm glänzte.

Vertreten sind eben jene Voice, was den Schluß nahelegt, daß es sich hierbei tatsächlich um ein Produkt aus der Gleditschstraße gehandelt hat. Ansonsten altbekanntes, aber gleichwohl gutes von Vorkriegsjugend, Vellocet, Malinheads, den Harnröhrern, Marplots, Disaster Area, den Honkas, Waltons, den Schlimmen Fingern und eben den Voice.

In den Linemotes wird eine zweite Compilation angekündigt, meiner bescheidenen Meinung nach ist diese aber nie auf den Plattentellern der Stachelhaarigen gelangt.

Rückblickend läßt sich konstatieren, daß mit Vinyl Boogie im Jahre 1987 ein Label einging, daß sicher nicht so gut, wichtig und bedeutend war, wie Aggressive Rockproduktionen und auch Weird System, dennoch einige musikalische Glanztaten vollbrachte, speziell für die immens große Szene in der heutigen Bundeshauptstadt ein wichtiges Instrument war und auch vor (geglückten) Experimenten (Brasilien-Lizenzen, Voice, Waltons) nicht zurückschreckte.

Der Zahn der Zeit hat die allermeisten Bands dahingerafft (einzig Disaster Area mucken noch so vor sich hin und die unsäglichen Varukers sind wohl derweil reformiert), einige waren zweifellos belanglos, andere (Honkas, Vorkriegsjugend) werden einen unsterblichen Platz im deutschen Punkrock-Himmel einnehmen, den ihnen zeitgenössische Formationen im ausgehenden 20. Jahrhundert niemals streitig machen können.

Punk war Ende der Achziger klinisch tot, insofern verwundert der Untergang sowohl des Ladens als auch des Labels nicht, doch ein wenig Wehmut beschleicht den Chronisten, bleibt doch das unbestimmte Gefühl, daß hier ein bedeutendes Stück deutscher Punk-Kultur den Bach ‚runterging, und kaum einer hat’s bemerkt.

Schade eigentlich, doch lasst Euch sagen, wenn Ihr eines der inzwischen seltenen Exponate irgendwo erhaschen könnt, schlagt zu und nehmt ein gutes und wichtiges Stück Kulturgeschichte mit nach Hause.

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