We are The Stranglers... and you are not!

The Stranglers in Prag
Ort / Location: 
Prag/Tschechien, Rock Café
Datum: 
20. April 2012
Internet: 
We are The Stranglers... and you are not! Gig Gigbericht Konzert

We are The Stranglers... and you are not...

mit diesen Worten begrüßte Barz Warne, seines Zeichen 'neuer' Sänger der Stranglers, das Prager Publikum im Rock Cafe nach dem britischen Support Mike Martin. Vielleicht 350 Fans waren in das Untergeschoss des ehemaligen Kinos gekommen und standen dicht gedrängt und voller Erwartung vor der sehr niedrigen Bühne. Die Band spielt seit unglaublichen 38 Jahren zusammen und man darf sie getrost die Großväter des englischen Punkrock/New Wave bezeichnen. Wer aber befürchtet hat, dass die Würger nach so langer Zeit keine Power mehr hätten, sah sich getäuscht.

In gut 90 Minuten zeigten die Briten ein absolut überzeugendes, extrem kraftvolles, dynamisches und kompaktes Set, welches den Zuschauer durch die gesamte Schaffensphase der Band führte. Der Schwerpunkt des Sets lag aber in den Jahren 1977-1982, sowie bei der gerade erschienenen neuen Platte 'Giants'. Aus der Frühphase wurden (fast) alle wichtigen Songs gespielt und selbst Stücke aus der Popzeit Mitte der 80iger wie 'Always the sun' fügten sich nahtlos in den Psychedelic-Punk-Rock der Stranglers ein.

Der Sound der Stranglers wurde schon immer von dem unvergleichlichen und wohl genialsten Bass-Sound aller Zeiten des Bassisten und Sänger Jean-Jacques Burnell getragen, der mit den spartanischen Drums von Jet Black eine nichtstoppbare Rhythmus-Dampfwalze bildet. Diesmal übernahm allerdings Blacks Drumtechniker Ian Barnard die Rolle des Drummers, da der 72jährige (!) seit Ende März gesundheitliche Probleme hat und vor der Giants-Tour nicht von Anfang an mitspielen kann.

Ebenso markant und einzigartig ist Dave Greenfields Synthiespiel, was auf den frühen Platten für meinen Geschmack manchmal etwas zu sehr in den Vordergrund gemischt wurde. Soundtechnisch war der Abend ein Genuss für die Ohren und so fügte sich Greenfields Synthie aber auch bei extremen Tönen homogen in den Gesamtsound.

Mit dem Weggang des charismatischen Original-Sängers Hugh Cornwall 1990 hatte ich die Band irgendwie aus den Augen verloren und war jetzt sehr gespannt, wie Barz Wayne diese Lücke füllen würde.... und ich muss sagen, er konnte diese Lücke nicht nur füllen, sondern schaffte es sogar der Band seinen eigenen Stempel aufzudrücken. Dieser Mann, der übrigens 1983/84 mal Bassist bei den Toy Dolls war, ist sowas von arschcool, dass er einfach bei den Stranglers spielen muss!!! Nebenbei gesagt ist er auch noch begnadeter Gitarrist und Sänger.

27 Jahre nach meinem letzten Stranglers Konzert war ich also mehr als begeistert, die Briten nochmal so vital und ernergetisch erleben zu dürfen! Das Konzert was hypnotisch, böse, fies und mitreißend. Danke dafür!

alles von:   

Kommentare (1)Kommentar schreiben

 

Ja! JA! und JAAAA!!! Ein Keyboard auf dem man sich treiben lassen kann, eine Gitarre mit soviel Abwechslungsreichtum und ein Bass der einen einfach nur davon reißt und nie aufhört an dir zu zerren, dich umschließt und schließlich ERWÜRGT!!!

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