SKA! THE MEETING

HOTKNIVES, JUDGE DREAD MEMORIAL, UPSESSIONS, NICE GUYS, LEO & THE LINE UP, HACKLERS & CITY SAINTS am 26.05.2017 in der Räucherei zu Kiel
Gigflyer
Ort / Location: 
Kiel, Alte Räucherei
Datum: 
26.05.2017
SKA! THE MEETING Gig Gigbericht Konzert

Im Rahmen des Oi! The Meeting, eines Festivals, dass seit 1992 (un)regelmäßig jährlich in verschiedenen Städten stattfindet, wurde dieses Jahr im schönen Kiel um Himmelfahrt herum ganz dick augefahren.

Da ich mich gerade in einer wichtigen Phase meiner Babysitter-Ausbildung befinde, lag mein Fokus klar auf dem SKA-Freitag, doch dem geneigten Partylöwen wurden sage und schreibe von Mittwoch bis Samstag Konzerte (vornehmlich Oi!),Niter und Meeting-Aktivitäten geboten, mit einigen sicherlich hörenswerten Acts wie Oxo 86, Warriors oder Smegma (in den Noinzigern war die Welt noch in Oidnung).

Aber gut, los geht’s mit dem Ska- Friday! Los gings für uns gegen halb 5 im Bus mit Cider & Sekt (Oi!). Kurz nach 5 trafen wir auch am Ort des Geschehens ein.

City Saints spielten schon aber wir blieben erstmal draußen auf der Bank sitzen und widmeten uns Getränken, Sonne und Gesprächen. Ein bisschen war unser Draussen Bleiben sicher auch unserem (Musik)- Autismus geschuldet (heute Ska-Tag, nix Oi). Auf jeden Fall schon mal ein gänzlich ungewohntes (aber absolut nach Nachahmung schreiendes ) Gefühl in Kiel im Hellen und bei strahlendem Sonnenschein guter Livemusik zu lauschen.

Als die Hacklers loslegten, verlegten wir die Geschütze auch in den Indoor-Bereich und schwangen schon mal dezent aber bestimmt ein bisschen das Tanzbein. Die Iren spielten ein überzeugendes Set aus Two Tone und Welle 3, sag ich jetzt mal so. Zum Abschluss gab es sogar Bella Ciao – gut so, comrades!

Danach ließ ich mir erstmal die Biersituation erläutern – mit dem Kauf von Holsten unterstütze man heute die Roicherei, mit dem Kauf von Ahoi 69 das Ska äh Oi! The Meeting. Trotz der Sympathie für die Lokalität schwenkte ich nun also auf Ahoi um und landete mit dem fruchtig-süßem Lager einen guten Treffer, der mich den Abend über begleiten sollte.

Als Bierpussie bin ich ja Fan von mehr süßlichem Spaß wie Cider und Weißbier (und das als Sohn einer Mutter deren Lieblingsbier Jever ist) und ich war eh nah am Wasser gebaut, da es beides an diesem Abend käuflich nicht zu erwerben gab. Da kam also das Lager gerade recht.

Kurz nach dem erfolgreichen Biertest stieg ich aus einer Diskussion mit betrunkenen Iren aus, in der das Thema behandelt wurde, ob deutsche Ziegen oder irische Schafe „more shaggable“ seien, um mir pünktlich in die Halle Leo & the Line Up zur Gemüte zu führen.

In Husum hatten wir 2015 nur die Ehre den letzten drei Songs dieser starken dänischen Combo zu lauschen, da wir nicht auf dem Schirm hatten, dass Konzerte im Speicher so früh beginnen.

Hier gings noch deutlich früher los und der Auftritt überzeugte mich, lediglich stellenweise wurde es mir zu... ja, wie eigentlich, zu rock n rollig. Insgesamt aber, as mentioned before, apestrong.

Nach draußen schnacken folgten die Nice Guys, die mir vorher kein Begriff waren, die auch am wenigsten Publikum anlockten, die aber durchaus zu überzeugen wussten mit gepflegtem Third Wave Sound.

Im Gegensatz zu vielen anderen war ich nicht ganz so gespannt auf die Upsessions und Judge Dread, da ich sie letztes Jahr schon in Berlin gesehen hatte. So blieb mir genug Zeit darüber zu sinnieren, ob Judge Dread eigentlich einen Bart hatte. Gesangstechnisch ist der Judge Dread mit Bart jedenfalls verdammt dicht am Judge Dread dran.

Ich bekam dann auch Bock auf ein Laurel Aitken Memorial oder ein Desmond Dekker Memorial oder ein Prince Buster Memorial oder....aber zur Zeit müssen wir uns wohl erstmal mit Judge Dread Memorial und Skatalites Memorial zufrieden geben – immerhin!

Mittlerweile war es jawohl auch dunkel und ca. gegen Mitternacht spielten die Hotknives. Ich glaube das war mein erstes Hotknives-Konzert, wo ich keine „Scheiss-HSV“-Gesänge bei „Dont go away“ gehört habe. Ich finds ja gut so – finde aber auch weiterhin, dass die alten Hotknives mit Mick Clare mehr mein Fall waren. Hier fehlt ein wenig der Druck.

Da mein Babysitter-Kurs in der Regel morgens zwischen 5.00 Uhr und 5.30 Uhr beginnt, machte ich mich nun schweren Herzens aus dem Staub und verzichtete auf den Niter im benachbarten Bunker. Meine investigative Recherche ergab aber, dass der Niter gut war, eine Information, die bei mir keinen verwunderten Gesichtsausdruck auslöste.

Danke nochmal an die Veranstalter für ein Ska-Großereignis ohne große Anreise.

Hajo Pann

Kommentar hinzufügen

Wird nicht veröffentlicht
To prevent automated spam submissions leave this field empty.
Fill in the blank
Login