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Im März 1991 habe ich den ersten Deutschlandauftritt von Poison Idea in der hoffnungslos überfüllten Münchner Kulturstation miterlebt – ein Jahrhundertkonzert! Nicht vergessen werde ich auch den Moment, als 10 Minuten nach dem Gig Jerry A noch einmal die Bühne betrat und verkündete: „Elvis has just left the Building!“, womit natürlich kein Geringerer als Pig Champion gemeint war.
1993 – auf dem Höhepunkt der Popularität – sah ich die Band dann ein weiteres Mal im großen Augsburger Ostwerk, doch der Charme des legendären Clubgigs war dahin.
19 Jahre später also die nächste Begegnung und man hat naturgemäß ein mulmiges Gefühl, wenn solche altverdienten Bands in stark veränderter Besetzung erneut ihr Glück versuchen.
Mein Germs-T-Shirt war an diesem Abend gut gewählt, kam doch sofort Jerry A strahlend und voll des Lobes über die gewählte Oberbekleidung auf mich zu, ihm sei das schon draußen im Vorbeigehen aufgefallen.
Arbeitnehmerfreundlich ging es kurz nach 10 los (die mir bestens bekannte lokale Vorband hatte ich mir geschenkt) und schon vom ersten Song an war klar, dass hier kein peinlicher Reunionsversuch in Schmach und Schande scheitert.
Jerry A hat eine Reihe jüngerer Musiker um sich geschart, die den Powersound von Poison Idea perfekt ins 21. Jahrtausend transferieren. Fett, hart, schnell, laut und mit der notwendigen Rohheit untermalten sie Jerrys geshoutete Hassattacken und – für München eher ungewöhnlich – war von Beginn an Bewegung vor der Bühne, die natürlich bei der Hitgranate „Plastic Bomb“ ihren Höhepunkt erreichte. Die Band hämmerte sich durch ein 50-Minuten-Programm (inklusive eines kurzen Zugabeteils) und hinterließ ein zufriedenes und definitiv nicht enttäuschtes Publikum.
Nach so einer Frischzellenkur machen auch alte Bands wieder Spaß, wenngleich das wenig mit den 80er-Jahre-Ursprüngen und dem legendären 91er-Lineup zu tun hatte, aber es gibt ja genug andere Beispiele von Bands, die im Prinzip nur aus einer charismatischen Figur bestehen.
Sympathisch übrigens auch das Auftreten der Jungs, die nicht auf dicke Hose machten, sondern denen man einfach den Spaß an der Tour anmerkte. Hier ging es nicht um eine lustlose Abzocke auf Basis eines bekannten Namens, was sich auch im (für Münchner Verhältnisse) moderaten Eintrittspreis ausdrückte.
Und Kindskopf Jerry A hinterlässt – auch optisch – nicht im Geringsten den Eindruck, als hätte er sich und seine Gewohnheiten maßgeblich verändert und das tut doch gut in unruhigen Zeiten wie diesen.
13.07.2012



Kommentare (1)Kommentar schreiben
29.09.2012
Grade erst gesehn und das PI war Bombe . Hat absolut nicht enttäuscht und jederzeit wieder !!!
Am beste4n war der Skinhead mit Last Resort - Shirt anner Gitarre ....nach dem Konzert noch ein absolut trinkfreudiger Geselle.....natürlich wieder den name vergessen......shit happens.
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