Hero Dishonest, Madame Monster, Settle Old Scores

am 24. März 2011 im AZ Mülheim
Gigflyer
Ort / Location: 
Mülheim, AZ
Datum: 
24.03.2011
Hero Dishonest, Madame Monster, Settle Old Scores Gig Gigbericht Konzert

Es war wieder einmal an der Zeit für ein kleines HC Konzert um die Ecke – und von Hero Dishonest aus Finnland hatte ich im Vorfeld bisher eigentlich nur Gutes vernommen, dazu der Eintrittspreis von 5 € für drei Bands – der Rahmen stimmte also.

S.O.S. eröffneten das ganze und coverten sich knapp eine halbe Stunde durch frühen 80er Jahr HC. Das Set wurde wohlwollend angenommen - als Warm Up funktioniert so etwas in der Regel ja auch ganz gut – Sucidal Tendencies, Youth Brigade und Minor Threat klingen eben auch fünfundzwanzig Jahre später noch geil…

Als zweite Band des Abends enterten Madame Monster – ein Trio aus Dortmund – den Konzertraum um die knapp 50 anwesenden Gäste zu, ähem, irritieren. Sehr spezieller Brachialhardcore, bei dem der 1,90 Sänger abwechselnd von Gitarrenbox zum Mikro stürmte um seinen Gesang herauszubrüllen während der Bassist wie ein Derwisch herumwirbelte. Kein Mensch verstand, was gesungen wurde – es war aber angeblich deutsch, wie der Sänger beteuerte – und, um es mal aus dem Internet zu zitieren – selbst mit Textheft in der Hand ist bei den 2- 3 Sätzen umfassenden Texten wohl nur zu erahnen, dass sich da sprachlich artikuliert wird.
Teilweise schien die Band selbst nicht zu wissen, ob ein Song nun zu Ende ist oder nicht - mir und einem Großteils des Publikums ging es zumindest so.
Der ganze Auftritt war aber wirklich extrem kurzweilig und sehr unterhaltsam anzusehen – auch vor und nach dem Gig hinterließen die drei einen sympathischen Eindruck.
Das Madame Monster Demotape ist übrigens für 3 € zu ergattern und – soweit ich das richtig verstanden habe – zusätzlich über ihre Homepage umsonst zum Download freigegeben.

Als letztes erklommen dann die Finnen von Hero Dishonest die Bühne, bzw. den Bereich vor der Bühne, da die Backline von Anfang an dort aufgebaut wurde, um eine gewisse Distanz zwischen Bands und Publikum gleich auszuschließen…. Und die legten los wie die Feuerwehr: der Sänger, die übrigens aussieht wie Garth Algar von Wayne`s Wold, sprang und schrie sich voller Inbrunst durchs Publikum, wirbelte mit dem Mikrofonständer umher und die verlogenen Helden gaben wirklich Vollgas – innerhalb von knapp dreißig Minuten wurden zwanzig Songs zum Besten gegeben – Hardcorepunk pur, auf den Punkt gespielt und in die Fresse gehauen!
Vor dem Auftritt habe ich mich noch ein wenig mit Mikko, dem Gitarristen, unterhalten und ein paar interessante Eindrücke über die Szene in Finnland und dem Bäumchen-Wechsel-Dich Spiel zwischen den einzelnen Protagonisten der finnischen Bands erhalten …. ha,ha, inkl. einiger Details über finnische Szenegrößen, die ich aber hier nicht zum Besten geben werde.

Hero Dishonest hatten in den nächsten zwei Tagen dann noch Gigs in Bremen und Amsterdam auf dem Plan um dann den wohlverdienten Heimflug anzutreten. In ein paar Tagen geht es dann weiter nach Russland und China, zu ein paar Festivalgigs – Hut ab vor so viel Enthusiasmus!
Denn am Tag vor dem schon eher familiären Besucherstrom im AZ Mülheim haben sie vor nur 18 Leuten in Köln gespielt ….
Dem einen oder anderen Festivalfetischisten täte der Besuch eines Konzertes wie diesem hier sicher ganz gut, um den Unterschied zwischen Hochglanzunterhaltung und dem echten „Bodensatz“ des Hardcores mal zu spüren …. ein Veranstalter, der aufs Geldverdienen scheißt (Danke an Mark), Bands, die einfach nur spielen wollen und ein Publikum, dass das ganze auch noch honoriert ….

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