Agnostic Front, Sick of it all

am 11. Mai 2012 im Amplifier, Perth (Australien)
Ort / Location: 
Perth, Australien, Amplifier
Datum: 
11. Mai 2012
Agnostic Front, Sick of it all Gig Gigbericht Konzert

Nach Frank Turner folgte nur zwei Tage darauf das absolute Killer Line Up des Hardcores. AF und Soia zusammen auf ihrer New York Hardcore Tour, ole. Und das Beste, es war Freitag, endlich mal ein Konzert, an dem man so richtig schön die Sau rauslassen kann. Und wer eigent sich denn besser als diese zwei Bands.


Das Interesse in meinem Bekanntenkreis hielt sich in Grenzen, nur der Franzosen-Flo ließ sich überreden mitzukommen. Na immerhin.

Schön zeitig machte ich mich auf den Weg ihn abzuholen, der Plan war ein bisserl früher in die Stadt zu fahren, was essen und gemütlich ein Bier in den umliegenden Pubs des Amplifiers zu trinken. Leider wurde daraus nix, da Flo schon deutlich angestochen von Rotwein nicht aus seiner Bude rauszubekommen war. Grrr, wenn ich was nicht mag ist es Unpünktlichkeit und zefix, er ein Prachtexemplar von französischer Gelassenheit, trank gemütlich ein Glas nach dem anderen.

Irgendwie schaffen wir es dann doch noch an den Ort des Geschehens zu kommen und Gott sei dank grad richtig. Wir rein, AF rauf auf die Buehne. Puh.

Was danach geschah, ist nur noch mit purer Energie zu beschreiben. Roger Miret, der alte Sack, entdeckte seinen dritten Frühling und sprang wie ein losgelassener Straßenköter die Bühe auf und ab und zu Stigma ist ja nicht viel zu sagen. So klein der Mann ist so groß ist sein Ego. In diesen Falle positiv zu bewerten. Ein Entertrainer vor dem Herrn und mit der Musikauswahl, das die Herren haben, in Verbindung eine explosive Mischung.

Geile Scheiße, und diesmal war ein prima Publikum vorhanden, das den Gig zu etwas besonderen werden ließ. Ne Mischung aus Jung und Alt, die sich an diesem Abend vornahm, ihre Krankenkassenbeiträge nützlich zu machen.
Chaos vor der Bühne, wie es Perth schon lange nicht mehr gesehen hat. Und was das Schöne an AF ist, dass sie nicht nur Hardcoregeballer spielen, nein, die Jungs haben ihre Skinheadwurzeln nicht vergessen und bringen einen Schuss Old School Oi mit auf die Bühne. Geile Sache. Ach ja, und Roger sein Gorillagetrommel ist ja auch nur noch zum Abbrechen.

Kurze Umbaupause, ausschnaufen, Stimme ölen und..., der 3.Weltkrieg bricht los. Wirklich. Was sich die nächste Stunde abspielte ist nicht in Worte zu fassen. Ich kann es kaum glauben, dass die Bandmitglieder schon jenseits der 40 sind. Wie bei den Irren gings zu, Pete sollte sich bei den Olypischen Spielen als Gymnast anmelden so wie der durchdreht und Lou ist ein Frontmann vor dem Herrn.
Und das Schöne ist, dass nichts gespielt oder aufgesetzt wirkt.
Nein, die Jungs haben einen Spaß wie Kinder, die einen Christbaum voller Geschenke vor sich haben.

Es wurde ein Klassiker nach dem anderen runtergeholzt, teils hörte sich Lou an, als ob er sich bei Mayhem bewerben wollte und das Publikum nahm es dankend an.
Im Gegensatz zu AF wurden das Tempo nicht runtergeschaltet – es war einfach nur purer Hardcore voll auf die Zwölf. Geil. Und wie gesagt, das Publikum, habe selten so etwas gesehen und schon gar nicht in Perth. Es wurde gepogt, was das Zeug hielt, Stagediveing, Circle of Death, Wall of Death - das ganze Programm. Und das ohne Kasperl auf der Bühne der alles dirigiert.

Das kam von Herzen und bei den „Alten konnte ich sogar ein paar Tränen sehen“, nach 20 Jahren endlich so ein Lineup in Perth zu haben.
Welch ein Unterschied zu Deutschland, wo ja fast jeden Tag ein „Hammerkonzert“ stattfindet.

Besonders möchte ich noch die Matzen herausheben. Anscheinend nette, zierliche und fragile Persönchen die sich in die Meute stürzten, um sich ein paar schöne blaue Flecken als Mitbringsel zu holen.

Leider was der Spuk viel zu schnell vorrüber, aber scheee wars, haha.
Mit einem dermaßenen Breitwandgrinsen wurde das Amplifier verlassen. Und auf dem Weg zum Auto tat sich ein Bild auf, das den Abend schön beschreibt. Am Ende der Gasse standen zwei Krankenwagen, davor ein sehr, sehr schönes Mädel sich an der Victims of Pain LP von AF klammern. Ihr Freund, der einen gebrochenen Fuß hatte, wurde gerade in den Sanka geschoben, er nur grinsen mit Daumen nach oben zu ihr: „No worries, babe. Fuckin best night ever!“

alles von:   

Kommentare (5)Kommentar schreiben

 

Ich finds gut. Alte Schule Konzertbericht und absolut nachvollziehbar

 

Hier gibt es noch Tickets für das Konzert in Aachen

 

Mann was ist der Typ euphorisch, der kann sich noch wie ein Kind über sowas freuen. Wie damals bei uns in der Zone

 

Nachvollziehbar, wenn man isoliert in der weltgrößten Sträflingskolonie lebt. Das ist vergleichbar mit den Auftritten von Johnny Cash in St. Quentin oder Folsom Prison :-)

 

Haha,
da hast du recht, vor dir das Wass und rund 2500km Wueste um einen rum. Da ist man schon mal froh wenn a bisserl was los ist.

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