Punkrock! #15 Review
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PUNKROCK!
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68005 Mannheim

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Punkrock! #15 0

Sommer 2012

Das Punkrock! wird 15 und hat entsprechend seines Alters keinen Bock mehr auf Muttis Kartoffelsalat, weshalb es alle Zelte abbricht, um zukünftig an den Bahnhöfen und Kiosken dieses Landes seinen Platz neben OX, Plastic Bomb und Trust einzunehmen, um sich bei einem Herrengedeck den Freuden von Action, Sex und toten Menschen zu widmen.
Ein hehres Vorhaben, über das man sicherlich geteilter Meinung sein kann, zu dem man aber zumindest einmal Erfolg und gutes Gelingen wünschen sollte.
Was aber bringt diese Veränderung abgesehen von der dort zugegenen Laufkundschaft, die man sich als zusätzliche Käufer erhofft, eigentlich mit sich?

Zum einen ist das vor allem der Zwang, optisch unter hunderten von anderen Zeitschriften durch ein möglichst auffälliges Layout hervorzutreten und ein erstes Interesse zu wecken, welches dann mittels der Band Zugpferde auf dem Cover verstärkt werden sollte, weshalb dort auch beim Punkrock! die selben Namen wie in den entsprechenden Ausgaben des OX und Plastic Bomb zu finden sind, sprich ANTI-FLAG und SLIME bzw. SLIME und TOXOPLASMA.
Auch das ist weder verwerflich noch hat es unbedingt mit Ausverkauf zu tun, sondern ist schlichtweg eine weitere Notwendigkeit, wenn man das Heft in diesem Bereich tatsächlich in den Verkauf bringen möchte.
Was es allerdings mit sich bringt, ist Langeweile, denn auch die noch so redefreudigste Band und der noch so engagierte Fragende stoßen irgendwann auf die selben oder ähnlichen Fragen mit den nahezu identischen Antworten, erneut bedingt von einem weiteren Gesetz, denn man muss ja fragen, wovon man denkt, dass es seine Leser interessieren könnte.

Sicher kann man dem Punkrock! nicht vorwerfen sich ausschließlich auf diese Zugpferde zu konzentrieren und den Rest lieblos runterzurotzen, auch sind viele neue und bisher hierzulande eher unbekannte Bands vertreten, mit denen man sich ins Gespräch begibt, wie beispielsweise BENT CROSS, BLANK WHEN ZERO oder die aus Teilen von STAGE BOTTLES und FREIBOITER rekrutierten ARTIFICIAL EYES, die wiederum von Altbekannten wie den DETECTORS, COBRA SKULLS oder PESTPOCKEN umgeben werden, einige Haken bleiben aber trotzdem, vor allem jene, die Torsten schon in seinem Review für die # 14 ansprach.

So weit gefächert der Inhalt auch ist, so beliebig und ohne roten Faden erscheint er auch, vom ehemaligen Biss des Heftes will ich dabei noch nicht einmal sprechen.
Man hat ständig das Gefühl, dass das Interview schon zu Ende ist, obwohl man doch kaum etwas gelesen hat, was durch die absolut überdimensionierten Bilder noch verstärkt wird.
Wofür beispielsweise ein doppelseitiges Live-Bild von SLIME, das jeweils gut zwei Drittel der Gesamtseite einnimmt, wobei der auf diesen zwei Seiten eigentlich schon fast versteckte Text kaum eine Din-A4 seite gefüllt hätte ?
Wofür ein ganzseitiges Bild des Sängers von BENT CROSS ?
Eine ansprechende Optik hin oder her, hierbei geht einfach viel zu viel Inhalt verloren bzw. wird dieser zur Nebensache und das merkt man auch unnötigen Seitenfüllern wie den "Action, Sex & Tote Menschen" Konzertberichten an, nichts besonderes passiert, kaum was geschrieben, dafür erneut mit monströsen Bildern hinterlegt, ebenso die Doppelseite "Frittenschmiede" oder der Soundcheck "Playtaste", bei denen ich noch immer nicht weiß, was ich damit eigentlich anfangen sollte.

Hätte man den Inhalt eingestampft, die Bilder und ihre Größe reduziert, sowie oben genannte völlig sinnfreie Artikel einfach in die Tonne gekloppt, man wäre wohl gerade mal auf 30 Seiten gekommen, von denen die entsprechenden Anzeigen natürlich noch abzuziehen sind, welche als abschließende Notwendigkeit schon alleine zur Finanzierung des opulenten und ausufernden Artworks natürlich nötig sind.

Alles in allem ist mir der Weg den das PUNKROCK! gehen wird und will noch nicht so ganz klar und irgendwie habe ich auch das Gefühl, dass sie das selber noch garnicht so genau wissen, arbeiten sollte man daran allerdings allemal, denn es wäre mehr als schade, wenn aus diesem Heft ein zweites WAHRSCHAUER werden würde, dem Magazin für Gegenkultur, alte Socken und gähnender Langeweile.

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