SPIRAL BOMBS
Felix Culpa

CD, Pyramid Children Records

Auch nach geschätzt knapp 500 Rezensionen für das “Moloko Plus” tun sich auch für mich noch überraschende Abgründe auf: ist das Cover dieser CD schon ein gewisser Fingerzeig auf einen hohen „Scheißkram“-Faktor, zeigt sich in Track eins gleich das komplette Trümmerfeld – düster-melancholisch schwelgende New Wave – Sounds, die entfernt an die Cocteau Twins anno 1984 erinnern, nur Welten schlechter.
Die vier Tracks, die danach folgen, kann man schlicht und einfach nur noch mit „gequirlte Kacke“ umschreiben, wie gesagt, mir fehlen die Worte, so einen Dreck habe ich eigentlich noch nie auf dem Schreibtisch gehabt. Man lernt nie aus … . Sir Paulchen [0.0/10] (mit Rücksicht auf die Eltern, eigentlich im negativen Bereich)

02. September 2010 | Homepage Band

HI-FI SPITFIRES
England screaming

CD, Bullet Teeth Records

Aus Sunderland kommen ja, wie der Eingeweihte weiß, ziemlich viele Truppen, die alle eines gemeinsam haben – sie sind klasse! Da machen die hier keine Ausnahme, ihr Sound bewegt sich genau zwischen 77er Punkrock und 82er „Punk & Disorderly-Compilation“ – Sounds, will sagen britisch bis ins Mark.
Wer also Demob, U.K. Subs und Abrasive Wheels (manchmal auch Guitar Gangsters) auf seinen musikalischen Fahnen stehen hat (oder auf der Lederjacke), ist bei diesem Trio komplett richtig!
Astreiner Old-School Punkrock, wie ihn eigentlich nur die Insulaner hinbekommen. Sir Paulchen [7.5/10]

02. September 2010 | Homepage Band

SIR PSYKO & HIS MONSTERS
Reaper`s tale

CD/LP, Crazy Love Records

Kein Wunder, dass ein gewisser Peter Paul Fenech diese Platte produziert und abgemischt hat, klingt sie doch original wie die Meteors in ihren Anfängen anno 1981/83.
Freunde des Hörnchen-Sounds alter Schule wissen, was los ist und unsereins freut sich, dass nach all den Punkabilly-, Metalbilly- und sonstigen Crossover-Billy-Kapellen mal endlich wieder wer zu den Ursprüngen zurückkehrt.
Die sind roh, infernalisch, böse und auch optisch voll auf Linie. Recht so, die Männer aus Bregenz/Österreich sind die beste neuere Psycho-Kapelle seit den Tazmanian Devils! Sir Paulchen [7.0/10]

02. September 2010 | Homepage Label | Homepage Band

MARABOOTS
PPD Halles

MCD, Eigenpressung

Ganz mein Geschmack – mehr 80er geht nicht: 4 französische Herren mit auffällig kurz frisierter Haarpracht (nebst einer Dame) sagen in gut 17 Minuten alles, was es zu sagen gibt und brechen sechs Oi!-Klopfer vom Zaun, die dermaßen nach der guten alten Zeit klingen, dass es eine wahre Pracht ist.
Simpel, direkt, eingängig, kraftvoll – die Pariser haben es einfach 'raus, lockern den Sound gekonnt mit einem Saxophon auf, bekennen sich zur SHARP-Szene, bedanken sich bei Hard Times und wirken rundum sympathisch.
Oi! ist so einfach und doch scheitern Legionen von Bands – die Pariser von Maraboots nicht. Großartige Eigenpressung, bei Sichtung kaufen, Glatzkopf!! Sir Paulchen [8.5/10]

01. September 2010 | Homepage Band

THE RABBLE
The battle’s almost over

CD, Filthy Lucre

“Eingängigen Schnodder-Punk”, so nennen die drei Musikusse aus Auckland/Neuseeland ihren Sound - oder so sieht es zumindest ihre Company. Und auch wenn man bei derlei Selbsteinschätzungen als Rezensent höchst argwöhnisch sein sollte, muss man im Falle des Bilderbuch-Punk-Trios vorbehaltlos zustimmen.
Rotziger als Rancid, aber melodischer als The Unseen, so könnte man es beschreiben, was die Junx da verbrechen, und dabei bleibt es dann auch über die gesammte Distanz von 16 Tracks, verpackt in ein extrem schickes ausfaltbares Digi-Pack mit Poster und Booklet.
Das hat alles soweit Hand und Fuß, der ganz große Wurf ist dennoch nicht dabei, denn zum einen schleicht sich nach einiger Zeit eine gewisse Eintönigkeit ein, zum anderen fehlt das gewisse Unverwechselbare, das aus einer guten Band eine sehr gute macht. Da hilft auch der kurze Ausflug in Country-Gefilde („Devil’s highway“) nicht (kriegs-)entscheidend weiter. Der vielleicht beste Song „Start again“ kommt ulkigerweise erst an Startposition 15!
Soweit alles ok, aber songwritermäßig gibt’s noch Luft nach oben. Sir Paulchen [6.0/10]

01. September 2010 | Homepage Label

ROTOR
4

CD, Elektrohasch

Was wir hier vor uns zu liegen haben ist ein leicht konfus wirkender Stoner-Rock, der über weite Strecken instrumental dargeboten wird. Oder sagen wir es so: die Band passt wie die Faust aufs Auge zu einem Label, das sich Elektrohasch nennt.
Und auch auf die Gefahr hin, dass die Kreativköpfe da in München uns nie wieder bemustern (s. auch die Kritik zu Hypnos 69), so muß doch schlicht und ergreifend konstatiert werden, dass wir da vom „Moloko Plus“ die komplett falschen Ansprechpartner sind – ich hoffe, die Kollegen vom „Eclipsed“ geben Euch eine deutlich bessere Bewertung.
Übrigens rettet nicht einmal die Obsessed-Coverversion mein Urteil, obwohl ich die (und überhaupt fast alles, was Scott „Wino“ Weinrich so macht … ) total liebe.
Allerdings will ich nicht verhehlen, dass das Cover um ein vielfaches schöner und angenehmer ist, als das, was uns hier ansonsten so vor die Flinte kommt. Sir Paulchen [2.5/10]

01. September 2010 | Homepage Label

THE STIVS
The beat is loose

CD, Radio eat radio

Die Scheibe stammt aus dem Jahre 2003 und warum sie gerade jetzt erst eintrudelt, ist mir schleierhaft, aber eigentlich auch egal, denn dieser garagige Low-Fi-Speedpunk ist das, was man gemeinhin “nix halbes und nix ganzes” nennt.
Wer angesichts des Namens der Band und ihrer Optik irgendwie Bezüge zu Stiv Bators assoziiert, liegt leider falsch! Ebenso krachig wie belanglos. Sir Paulchen [3.0/10]

23. August 2010 | Homepage Label | Homepage Band

BORN TO LOSE
Dreams of kids

CD, I hate people Records

Rockiger Streetpunk oder streetpunkiger Rock, was auch immer, irgendwie unbemerkt hierzulande hat die Bande aus Austin/Texas nunmehr 5 Longplayer auf dem Kerbholz und so ganz will man nicht verstehen, warum die nicht viel bekannter sind. Denn Songs schreiben können sie, den nötigen Wumms haben sie auch, die Mixtur aus klassischen Punk-Elementen und härterem Rock’N’Roll ist derzeit durchaus auch en vogue.
Vielleicht ändert sich ihr Status durch die gerade laufende Tour durch unsere Breitengrade, zu wünschen wäre es ihnen, die können nämlich was. Sir Paulchen [7.0/10]

23. August 2010 | Homepage Label | Homepage Band

GOMD
Middle of the end

MCD, Space Bee

Oh mein Gott, was ist das denn?! Softe Gitarrenmusik mit Frauengesang, wie man sie heute auf fast jedem hippen Fernsehsender vorgesetzt bekommt.
Es sind zwar nur fünf Lieder auf der CD, ich musste aber schon bei der Hälfte des zweiten Liedes die Segel streichen. Das geht gar nicht. Einen Punkt gibt es, da die Sängerin immerhin singen kann, ach was, zu viel, 'nen halben. bernieblitz [0.5/10]

23. August 2010 | Homepage Band

V/A
Most people are dead

CD, I hate people Records

Labelsampler zu besprechen, ist echt das Kreuz des Rezensenten: diverse Stile, unterschiedliche Qualitätsstufen, ‘zig Bandnamen ….
Wohlan, ans Werk: das neue „I hate people“ – Label geht in die Vollen und haut hier sage und schreibe 26 Acts zu einer Compilation zusammen, wobei die Bandbreite von Rockabilly/Psychobilly (P. Paul Fenech, Wyldfyre, Surf Rats, Coffin Nails) über Pogues-infizierten Folkpunk (Mr. Irish Bastard) bis hin zu Streetpunk/Punkrock reicht.
Bekannte Namen tauchen ebenso auf (V 8 Wankers, Towerblocks), wie (mir) unbekannte (The Casanovas, The Phenomenauts, Longway). Meine persönlichen Favoriten sind The Have Nots und Flatfoot 59, die mir nichts sagten, beide aber wunderbar eingängigen Punkrock mit 77er-Wurzeln machen.
Und klasse, dass es Crashed Out noch gibt, die waren immer schon in der Liste meiner 10.627 Bands, die für die 100 besten Platten auf der einsamen Insel in Frage kommen.
Wirklich stark besetztes Feld hier, das ist definitiv ein gelungener Start für das noch junge Label und bei der enormen Hitdichte sollte da noch einiges auf uns zukommen …. Prima! Sir Paulchen [8.0/10]

20. August 2010 | Homepage Label

V.A.
Presswerk A-C Sampler 1

CD, Eigenproduktion

Die ausgehenden 70er und frühen 80er Jahre waren eine einzige musikalische Baustelle. Fernab von der aufkommenden Hip Hop-Welle und (mitunter nicht ganz so fern von) den Anfängen elektronischer Musik und galt es für die Punk-Bands jener Tage, eine eigene musikalische Identität zu finden, und zwar in den Grenzen von Punk und New Wave.
Die auf dem Presswerk-Sampler vertretenen Berliner Bands bedienen sich dieser Identitäten und fördern ein wunderbar authentisches Retro-Machwerk zu Tage. Die Protagonisten verschwenden ihre Jugend in vorzüglichen New Wave Projekten („Moskito Spezial“, „Crumpets“, „Dreipunktbande“ und die populären „Shocks“) mit teilweise derbem Elektro-Einschlag („Herpes“, „RobotroN“, „The toten Crackhuren im Kofferraum“), oder bedienen sich auf traditionelle Art mehr bei den englischen Vorbildern („The Not Amused“, „Ugly Teens“). – Lange nicht mehr einen so guten Sampler gehört!
Auf dem mit 12 Bands (je ein Track) spärlich gefüllten Silberling lassen sich keine Tief-, dafür viele Höhepunkte ausmachen, insofern ein äußerst kurzweiliges Hörerlebnis, was da auf 26 Minuten geboten wird – Zu empfehlen für Freunde von Bands à la „Neonbabies“, „Goldene Zitronen“ oder alte „Cobra Killer“, für UK-Punk-Fans ohne Vorliebe für New Wave jedoch mit äußerster Vorsicht zu genießen!
Ergattern könnt ihr das kreisrunde Produkt beim Herausgeber selbst, das monatlich erscheinende Schmierblatt „Presswerk A-C“ [www.presswerka-c.de]. Und man lese und staune: Ein zweiter Teil wurde bereits nachgelegt.Kalkov [9.0/10]

19. August 2010 | Homepage Label

ICON CLAN
Rock'n’Roll Rodeo

CD, Whirlwind Records

Das finnische Trio hat sich dem Rock’N’Roll verschrieben, was ja an sich zunächst einmal eine durchaus begrüßenswerte Maßnahme ist. Und herausgekommen sind auf Album Nummero drei einige veritable Kracher, die Spaß machen, den Fuß wippen und das Bier fließen lassen. Sei es der knallige Opener „Bridges burn“, klasse mit Piano begleitet, oder das wirklich geniale „One and only“, das stilistisch etwas an die Bones erinnert.
Auch „Take care“ und andere Nummern treffen direkt ins Schwarze, irgendwo zwischen Streetpunk und Hardrock, auf wirklich hohem Niveau.
Zwischendurch allerdings, und das macht die Sache dann leider etwas zwiespältig, kommen dann aber auch immer mal wieder Stücke wie „Highway’s my home“ oder „Tom of bar Chaplin“ zum Tragen, denen man anmerkt, dass die Band nicht so recht wusste, wohin es gehen soll. Larifari-Rock oder so würde ich das nennen. So bleibt der Eindruck eines guten, wenngleich keinesfalls herausragenden Albums. Sir Paulchen [6.0/10]

19. August 2010 | Homepage Label

MARK FOGGO
mad

CD, V2 Records

Vor vielen, vielen Monden begab es sich, dass unser hochverehrter Herr Chefredakteur im Oberhausener „Zentrum Altenberg“ eine Party gab – mit vielen Bands und illustren Gästen. An das genaue Billing des Festivals kann ich mich gar nicht mehr entsinnen, Top-Act sollte jedenfalls Mark Foggo sein. Ich war schier entsetzt und versuchte mit mahnenden Worten das schlimmste – nämlich diesen Auftritt – zu verhindern. Aber es war bereits alles zu spät, es kam, wie es wohl kommen musste: anstatt dass der Mann, wie von mir prognostiziert, die Bude binnen Sekunden ratzekahl leer spielte, tobte der 300-Mann/Frau-Mob kollektiv im Hoppsassa-Ska-Style vor der Bühne, die Stimmung kochte über und außer mir Stinkstiefel schien sich jeder köstlich zu amüsieren …. .
Was lernt man daraus ? Wer es schafft, diesen Saufhaufen komplett in Ekstase zu versetzen, der hat auch wohl (oder übel?) seine Daseinsberechtigung.
Foggo ist seit Anbeginn der Welt im Geschäft (also seit der 2Tone-Ära) und hat seither kübelweise mehr oder weniger schauderhafte Platten unters Volk gekippt. Und auch diese hier ist für TradSka-Freaks und Rocksteady-Jünger nur vorbehaltlich zu genießen – wird aber konsequenterweise ihr Publikum finden – siehe oben! Lustig ist aber definitiv das Cover (wer erinnert sich nicht gerne an den bescheuerten Alfred E. Neumann vom „Mad“-Magazin?) und der Songtext zu „Caravans“, in dem er sich über die speziellen Urlaubs-Vorlieben seiner niederländischen Landsleute lustig macht.
Insgesamt ist das Material längst nicht mehr so turbo-mäßig, wie die Sachen, die er Ende der 80er auf dem Link Records-Sublabel „Skank“ verlegte (u.a. „Ska Pig“), und für die er, glaube ich, bis heute verehrt wird.
Trotzdem stößt es natürlich in das von Foggo gewohnte Horn, obgleich sich sogar für seine Verhältnisse ungewöhnliche Nummern eingeschlichen haben, so etwa hat „Rotten to the core“ z.B. mehr mit Rockabilly zu tun, als mit Ska. Oder „EU“, das auch ein alter Sham 69 – Gassenhauer sein könnte!
In Summe ist das Album abwechslungsreicher und interessanter geworden, als zu befürchten stand, wirklich gut aber ist es nicht. Zwischendurch sogar total schrecklich („Cybergirl“). Das Phänomen Mark Foggo erschließt sich mir nicht, da ist nichts zu machen. Sir Paulchen [3.5/10]

17. August 2010 | Homepage Label | Homepage Band

HYPNOS 69
Legacy

CD, Elektrohasch

Klarer Fall von falscher Bemusterung: die Belgier machen Psychedelic- bzw. Progrock, wie er in den 70ern regierte, jedenfalls bis 1976, ab da gab’s ja Hoffnung.
Wer also seinen Musikgeschmack irgendwo zwischen Hawkwind, Uriah Heep und frühen Genesis verortet, kann hier möglicherweise neue Helden akquirieren, weite Teile der M+ - Leserschaft würden angesichts der Darbietung schreiend aus der Bude rasen! Sir Paulchen [Wertung unmöglich!!]

17. August 2010 | Homepage Label

ALTBEWÄHRTES
schach matt!

CD, Eigenproduktion

Hier ist der Name Programm: Deutschpunk, Deutschpunk und noch mal Deutschpunk! Das Münchner Quartett hat ohrenscheinlich Spaß in den Backen und schlägt sich tapfer, verirrt sich dabei nicht im Parolensumpf und meidet die Klischeefallen.
Musikmäßig gibt’s wenig zu meckern und auch wenn hier keine Sensationen zu erwarten sind (und sich zum Ende hin eine gewisse Monotonie einschleicht … ) so können sich Freunde des Genres mal bei myspace schlau machen, das könnte was für sie sein … . Sir Paulchen [4.0/10]

17. August 2010 | Homepage Label | Homepage Band