Moloko Plus #41 plus CDMärz 2010, 68 Seiten, EP-Format
03... Vorwort
03... Wir erklären Euch die Welt
DAS FEUILLETON
von Hajo, Susi, Paradise & Onkelchen
08... Bunt & kahl in Wuppertal, 1982
PÖKEL
... über STURMTRUPP, das erste Skin-Fanzine & die erste Skinhead-Generation in Deutschland
Interview von Sir Paulchen
16... Vom »Boxidol der Massen« zum Frauenmörder
BUBI SCHOLZ
Biographie von Torsten
21... HEARTBREAK STEREO
Interview von Andre
24... Abteilung »Mein Erstes Mal« - Heute: Die allererste Plattenveröffentlichung
VOLXSTURM 'OI' (Nordland Records, 1995)
Story von Hinkel
26... Der Konkurrenz auf den Griffel geschaut
LITERATURKRITIKEN
28... 45 ADAPTERS
Interview von Ecke
31... MIRCO (Abstürzende Brieftauben)
Interview von Sandra
32... MP #41-Compilation
DIE CD-PLAYLIST
incl. Linernotes & Mentalitätscheck
36... "Ich wusste, ich würde sterben oder für längere Zeit in den Bau gehen!"
STEVE E. NIX (Cute Lepers)
Interview von Dirk
40... Touren wie Gott in Frankreich
THE KLEINS
Tourstory von Sandra
44... Rock-o-Rama, Egoldt, »Kein Blut für OHL«:
Ein scharfer Blick in die skurrilen 80er Jahre von ...
DEUTSCHER W & OHL
Interview von Torsten
50... Der Soundtrack der englischen
Fussball Hooligans
BOOT POWER
Story von Andi
54... Was zum Henker ist los mit ...
STOMPER 98
Interview von Igor
56... Verachtung & Abscheu hat einen Namen:
DER PUNKROCK-PRANGER
25 Tonträger im Herz- & Nierencheck
58... OHL: Krieg der Kulturen CD
PRO & CONTRA
10 Menschen, 10 Meinungen
60... Classic French Punkrock 2.0
SALVATION CITY ROCKERS
Interview von Tom

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27. Juli 2010 | rikushi

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Einen kleinen runden Geburtstag zum Jahresende feiert das Moloko Plus mit der Nummer 40. Handliches Format, prima Layout und einige gute Berichte: Dean Reed, der sehr sympathische Gaz Stoker, das Plattenlexikon Scheibenklar, der Schlagerstar Benny oder Fußballer Eduard Strelzow neben den üblichen Streetpunk- und Oi!-Themen.
Die Titelstory über die Wuppertaler DIE ALLIIERTEN, die 1982 angeblich das erste deutsche Skinhead-Album veröffentlichten, fängt spannend an, verliert aber schnell an Schärfe, weil wohl doch mehr Kult als Realität im Spiel war.
Positiv hingegen das unmissverständliche Zitat von Mad Mike Butcher: „Wer mit Faschos abhängt, muss auch wie einer behandelt werden!“ Schreibt euch das mal hinter eure noch vorhandenen Gehirnzellen.
In Sachen Vorwurf „Interview gegen Anzeige“ drücken wir mal beide Augen zu, okay?! Ein KB Records-Inserat und eine Mad Butcher-Anzeige ... und so Gesülze wie das „Stadion sollte was für Männer sein" (MUMMY’S DARLINGS) brauche ich im Jahr 2010 auch nicht.
Skinhead, reiß dich endlich ab vom Kreuz und entwickle dich weiter. Es gibt noch viel zu entdecken!
Simon Brunner

Ich werde nicht müde es zu wiederholen, das dieses Zine zum Pflichtprogramm für jeden Skinhead und Punkrocker gehört. Aufmachung, Layout und Lesestoff und der dazugehörig Schreibstil machen es zu einem Vergnügen es zu lesen.
Aufmacher dieser Ausgabe ist wieder ein Interview mit einem Beteiligten der ersten Skinheadgeneration, wieder kommt diese aus Wuppertal (s. Alliierten Interview Ausgabe #40) und plaudert aus dem Nähkästchen. Meine persönliche Meinung zu einigen Kommentaren ist, dass auf Grund dieser „naiven“ Einstellung im Umgang mit Bands wie Skrewdriver und politischen Dingen damals viele Punkrocker, mir inklusive, ein Problem mit Skinheads hatten.
Ganz anders treten heutzutage da die Skinheads von Stomper 98 auf, die eine vernünftige Einstellung zu aktuellen gesellschaftlichen Begebenheiten haben. Da ist der Begriff der „Working Class“ nicht nur eine platte These.
Nicht ganz so vernünftige Einstellungen zu gewissen Dingen, wie er auf dem letzten Tonträger bewiesen und besungen hat, legt da Deutscher W., Sänger von OHL an den Tag, der hier auch lang und schmutzig interviewt wird. Auch er berichtet über die Vergangenheit, und wie das alles so begann mit dem Punkrock.
Da hätte ich auch einen Kritikpunkt am MP. Ich frage mich, ob da nicht etwas zu viel auf der Retro Schiene rumgeritten wird. Nichts gegen die Protagonisten der damaligen Szene und Ihren Erzählungen, aber da könnte weniger manchmal mehr sein.
Natürlich werden hier auch aktuelle Bands vorgestellt, die Familienband The Kleins sind mit einem Bericht Ihrer Frankreichtour am Start, Steve E. Nix von den Cute Lepers wurde befragt, ebenso wie die zweitbeste Punkband Finnlands Heartbreak Stereo.
In der Reihe der kaputten Existenzen wir dieses Mal Bubi Scholz vorgestellt, ein Ausnahmetalent im Boxsport, der als Mörder seiner Ehefrau endete.
Die CD Beilage ist allererste Sahne, wie im Vorwort erwähnt, trifft man mit der Auswahl der Bands genau den Musikgeschmack des Moloko-Plus Lesers. Songtechnisch gibt es (fast) keine Ausfälle, und mit Bands wie Radio Dead Ones, Frontkick, Volxsturm, Towerblocks oder Rejected Youth hat man meiner Meinung nach das Beste an Land gezogen, was in D in Sachen Punkrock unterwegs ist.
Für Abonnenten ist die CD in einer coolen EP Hülle verpackt, auf der alle Texte der Songs nachzulesen und mitzusingen sind.
Die restlichen Käufer bekommen die CD im Pappschuber, tut dem Hörvergnügen aber keinen Abbruch!! 2+ sickguy77

Zweifellos eine der besten, wenn nicht sogar die beste Ausgabe aller Zeiten. Viele hochkarätige Beiträge und eine gut ausgewogene Mischung, dazu die famose CD, was bleibt einem übrig, als da Höchstnoten zu zücken ? Aber der Reihe nach ... .
Hochinteressant die Gedanken unseres geschätzten Mitarbeiters Paradise zum Thema Wahlurnengang.
Eigenlob stinkt, aber mit dem filigranen Ball, den Pökel und ich uns gegenseitig zupassen, kann sogar Louis van Gaal zufrieden sein.
Gleich der nächste Höhepunkt die Bubi Scholz-Story, die Liste der gefallenen Helden, deren Lebensweg Du nachzeichnest wird lang und länger, aus Gründen, auf die ich hier an dieser Stelle gar nicht näher eingehen möchte, scheint derartiges einen ungeheuren Reiz auf das Publikum auszuüben, so auch auf mich. Gut recherchiert, pointiert niedergeschrieben!
Heartbreak Stereo bekommen mit drei Seiten vielleicht ein bißchen zuviel Platz eingeräumt, aber möglicherweise liegt das daran, dass ich von meinen erklärten Lieblingen, den 45 Adapters, gerne mehr gelesen hätte, stattdessen. Prima Band, schönes Interview.
Auch die Erinnerungen von Hinkel amüsieren in der/seiner Rückschau.
Deutlich mehr hätte man mit Mirco veranstalten können, das ist doch arg dünn, Stichwort "Mitbegründer der (unsäglichen) Funpunk-Szene", APPD etc.. Schade.
Herr Nix gehört mit seinen Ausführungen definitiv zu den Highlights, sehr intim und spannend, so tief läßt selten jemand blicken. Und seine Band ist so phantastisch, das ist schier unglaublich.
Nicht ganz so substantiell ist der The Kleins - Tourbericht ausgefallen, derartige Reportagen sind eigentlich ohnehin nur dann wirklich aufregend, wenn es in komplett andere Kulturkreise geht, so wie einst Oxymoron in Japan. Es wird aber zugegebenermaßen auch ein wenig daran liegen, dass ich die Kombo bisher nicht kenne.
Sehr angetan war ich von den Äußerungen des Herrn Deutscher Widerstand, pfiffig und hochinteressant, was er da zu Protokoll gibt, schon wieder ein Höhepunkt.
Gleich das nächste schließt sich mit Meister Wunderlins Rückblick auf die goldenen 70er an, da gehen wir komplett d'accord, auch ich zähle zu den totalen Glam-und 70er Teen-Rock-Anhängern und somit besitze ich glücklicherweise (so gut wie) alle von ihm genannten Tonträger. Ganz, ganz großartige Acts, prima zusammengefaßt, spitze!
Kaum hat man sich von diesem Glückshormon-Ausschüttungs-Artikel erholt, kommen die nächsten Einschläge: das erhellende Gespräch mit Göttingens Finest (lassen wir Provinznester wie Berlin und New York mal großzügig außen vor ... ) tut Not, die allgemeine Hetzjagd auf die Band gleicht den mittelalterlichen Hexenprozessen und entspringt zweifellos aus Quellen wie Neid und Mißgunst. Traurig, um so besser aber, wenn man Gelegenheiten wie diese einräumt, zu den Vorwürfen Stellung zu beziehen.
Und abschließend bin ich dankbar, über das M+ Alteaus neues Projekt zu treffen, dessen frühere Truppe Herberts ich total verehert habe und für die ich sogar mal nach Belgien gefahren bin (nein, nicht ins De Kastelein!). Um die Salvation City Rockers werde ich mich kümmern, da bleibe ich am Ball, das kann ja nur gut sein ... .
Wie gesagt, eine äußerst hochwertige Ausgabe, die schwer zu toppen sein dürfte. Und: die CD-Beilage ist mit Abstand das beste, was man als Zine-Beilage jemals in Händen halten durfte. Über einzelne Acts sich auszulassen, wäre der Arbeit zuviel, aber hier reiht sich Hit an Hit und es brennt der Baum, genial!
Prima Arbeit, Torsten, die unendlichen Mühen haben sich gelohnt. Gewünscht hätte ich mir vielleicht noch ein Cover, zumindest eine Songliste, so muß man immer im Heft nachschlagen, was unterwegs bisweilen nervig werden wird.
Und jetzt wird's kleinkarriert: vielleicht hätte man an der Stelle, an der der Kleber zur Fixierung der CD prangt, keine Bandbilder anbringen sollen. Da ist jetzt eine Truppe nicht zu identifizieren. Eber das sind wirklich Marginalien.
Außerdem habe ich den von Dir angekündigten Beitrag zum Thema "Grauzone" vermisst, ich glaube, das wäre ein guter Zeitpunkt gewesen. Aber ich erkenne natürlich die Brisanz dieses Themas und realisiere, dass das nicht mal eben so auf Papier zu bringen ist.
13. April 2010 | Paulchen

Auch wenn ich sicherlich als "Mitschreiber" vom Moloko voreingenommen bin, aber Torsten hat hier echt ne schicke Nummer abgeliefert. Und gerade deshalb schaue ich sehr kritisch auf die Tatsachen...
Fangen wir mit dem großartigen Layout an, herrlich Olschool und einfach TOP. OK die Schrift könnte vielleicht ne Nummer größer ausfallen, aber ansonsten gibt es nichts zu rütteln.
Inhaltlich gibt es wieder ne Menge Back To The Roots mit Pökel (über Sturmtrupp, Skinzene Wuppertal und seinem Boots Fanzine) - gut so, fand ich beim Moloko immer schon großartig...
Daneben Interviews mit Stomper 98, Alteau aus Frankreich mit seiner neuen Band Salvation City Rockers, Deutscher W über OHL Vs. Egoldt + Pro Contra neue OHL Scheibe, Mirco von der Brieftauben (meine erste Punkband hahaha), ne herrliche Story über Bubi Scholz, den gekonnten Punkrock Pranger, Kolumnen und und und. Da kann es auch vorkommen, das meine Frau 'ne Vermisstenanzeige aufgibt, weil ich seit Std auf'm Klo verschwunden bin.
Auf der beiliegenden CD, die El Cheffe selbst mit viel Liebe für den Pöbel zusammengestellt hat gibt es die wunderbare Welt der Punkrocks mit allen möglichen Ablegern zu bewundern. In der Mitte des Heftes kommen die jeweiligen Bands noch zu Wort und geben zu drei Stichwörtern (von Gema über Grauzone) Ihre Meinung wieder (super interessant).
Diese Nummer zu steigern wird schwer werden, aber bis zur nächsten Nummer wird es noch was dauern. -nasty-

Die Vorworte, Licht und ein wenig Schatten. Torsten klärt über ein besonderes Schmankerl dieses Heftes auf (dazu später mehr) und Paradise zieht den großen deutschen Parteien die Hosen runter. Man empfindet Sympathien für die Deutsche Biertrinker Union oder die Deutsche Sexliga. Mannomann, was es nicht alles für bescheuerte Parteien gab… da mach ich meinen Kreuzchen doch lieber weiterhin bei den Genossen links außen.
Der erste Gesprächspartner dieser Ausgabe und zugleich auch diesmaliges Covermodel ist Pöckel, der als Herausgeber des wohl ersten deutschen Skinheadfanzines “Boots“ einiges aus alten Zeiten zu berichten hat. Interessantes Interview, wobei ich es persönlich noch ausschlussreicher gefunden hätte, wenn man noch näher darauf eingegangen wäre, warum man damals über Bands wie SKREWDRIVER berichtete und vor allem, inwieweit die damalige Szene zwischen den “alten“ und “neuen“ SKREWDRIVER differenzierte. Vielleicht kann man diese Frage ja mal in den nächsten Ausgaben einer älteren Szenegröße stellen oder in anderer Form durchleuchten, mich würd´s interessieren.
Eine Größe war auch Bubi Scholz und mit einem Blick in seine Vergangenheit, lässt man die Boxlegende auf 4 Seiten noch mal aufleben.
Noch keine Größe, zumindest mir völlig unbekannt, sind HEARTBREAK HOTEL, eine finnische Streetpunkband, die neben Musik und Alkohol auch ein paar Wörter zu den finnischen Amokläufen verliert.
45 ADAPTERS nennen SMEGMA und BÖHSE ONKELZ in einem Satz… Leute, auch wenn ihr alle Klischees vom großartigen deutschen Bier kennt, hier muss dringend Aufklärungsarbeit geleistet werden, denn das haben die großartigen SMEGMA nicht verdient.
Es folgt ein Austausch mit Micro von den ehemaligen Fun-Punk Königen ABSTÜRZENDE BRIEFTAUBEN, der nett ist, aber ruhig hätte länger sein können.
Der mit OHL Frontmann Deutscher W hingegen ruhig kürzer, aber wenigstens geht’s diesmal nicht um die übliche Schose, sondern um einen Rückblick in die vergangenen 30 Jahre. Wie Torsten bereits im Vorwort zu Papier brachte, muss man zu dieser Band einfach eine Meinung haben, sei sie nun gut oder schlecht. Ich war nie ein Liebhaber dieser umstrittenen Kapelle, erkenne aber gerne an, dass Deutscher W ein Mensch ist, der Rückrad hat und seinen Film durchzieht, auch wenn ich diesen Film wohl nie verstehen werde. Der Experten- und Fanmeinung, dass OHL ohne szenetaugliche Parolen auskommen, würde ich aber widersprechen, denn die antireligiösen Texte der Band beinhalten nicht gerade wenig Parolen, die ich zum Teil sogar als szenetauglich einstufen würde.
An weiteren Gesprächsrunden nehmen außerdem noch teil: VOLXSTURM, STOMPER 98, SALVATION CITY ROCKERS oder Steve E. (CUTE LEPERS). Das Moloko Plus bietet somit eine Mischung aus alten Haudegen und nicht immer unumstrittenen Bands.
Das Prunkstück dieser Ausgabe, eingangs als Schmankerl umschrieben, ist allerdings die beiliegende Heft CD. Ein Utensil, das manch einer ja gerne mal unangetastet lässt. Hier bekommt man diesmal 23 Bands vorgesetzt, die sich teilweise sogar extra ins Studio bewegt haben, um unveröffentlichte Stücke präsentieren zu können.
Abonnenten bekommen das Stück sogar in einer EP-Blender Version. Auch die dazugehörige Bandvorstellung ist alles andere als gewöhnlich, denn jede Band musste noch ein paar Statements zu Themen wie Grauzone, Groupies oder Gema abgeben.
Wie bereits erwähnt, ist eine Heft CD in den meisten Fällen und egal welchem Zine sie beiliegt, immer ein großer Kritikpunkt. Hier allerdings möchte man aufgrund der investierten Mühe schon fast sagen, dass man diese Ausgabe schon allein wegen der CD haben sollte. Spike

Sehr gute Ausgabe, allen voran natürlich das lange und ordentlich geführte Interview mit einem alten Wuppertaler Skinheads. Man schwelgt von Skinheadseite betrachtet doch sehr in den frühen Tagen, was aber eine gute Dokumentation ist und das Moloko hat mit Sir Paulchen da einen äusserst kompetenten Partner im Club.
Salvation City Rockers gehen mir zu sehr in die Klischee-Kasperl-Ecke, auch von Alteau mit den Herberts unerreichte Songs geschrieben hat, interessiert mich seine derzeitige Band und Weiterentwicklung Nüsse.
Dagegen der Bericht über Bubi Scholz, Abstürzende Brieftauben, Volxsturm alles bestens. Der Tourbericht von The Kleins ist wenig spektakulär, läuft doch alles mehr oder weniger nach Standard ab. Der Punkrockpranger ist nach wie vor eine gute Idee, dennoch kann man sich bei manchen Kritiken nur erschwerlich ein Bild von der jeweils besprochenen Cd machen.
Deutscher W/OHL liest sich sehr gut und bringt auch wieder einen Funken Nostalgie mit sich.
Ein weiteres Highlight ist der Bericht über die Boot Power Bands, sowas passt super ins Moloko. Am Arsch gehen mir einige Aussagen pro Drogen so mancher Band, die auf der Moloko-Cd untergebracht ist.
Die Scheibe selbst ist übrigens recht gut, hätte ich ein Punktekonzept würde ich dem Sampler 7 von 10 Punkten geben. Bomml

Eines gleich vorweg, wer sich diese Ausgabe des Moloko Plus entgehen lässt, verpasst eine der wohl besten Ausgaben in der Historie des Heftes, wie man abseits aller Bescheidenheit einfach mal feststellen muss.
Alleine die mit riesigem Aufwand, und sicher auch nicht gerade unerheblichen Kosten, zusammengestellte beiliegende CD-Compilation alleine würde den Kauf schon mehr als rechtfertigen, versammeln sich doch hier abseits der sonst üblichen Pay to Play Hörverbrechen ausschließlich unveröffentlichte oder exklusiv für diesen Tonträger eingespielte Stücke von Bands, die genau das repräsentieren, wofür das Moloko als Fanzine steht, sprich 77 Punk, Powerpop, Streetpunk und Oi!.
Die absoluten Höhepunkte sind hierbei definitiv die Songs der Shoemakers, Not Amused, Johnny Wolga, 2nd District und Salvation City Rockers, zumindest was mein persönliches Gusto angeht, aber auch der Rest, von Roimungstrupp mal abgesehen, kann absolut überzeugen.
Weil man ein Fanzine als normaler Mensch aber nicht wegen einer CD kauft, kommen wir mal zum Inhalt. Mit "Bunt & Kahl in Wuppertal", der Story von Strumtrupp, des ersten deutschen Skin-Fanzines BOOTS und der ersten Generation deutscher Skinheads fügt Sir Paulchen der Geschichte der Skins in Deutschland in alter Moloko Tradition eine weiteres großartiges und umfangreiches Kapitel hinzu.
Eine weitere Moloko Tradition wird mit Bubi Scholz in der Reihe gescheiterter Persönlichkeiten fortgeführt und zählt ebenso erneut zu den Höhepunkten dieser Ausgabe. Heartbreak Stereo zeigen sich sympathisch und redefreudig, Volxsturm blicken auf die Zeiten von "Käse auf´m Pimmel" und "Biertrinken ist wichtig" zurück, Sandra war mit The Kleins in Frankreich unterwegs und Deutscher W von OHL hat zwar viel zu erzählen und wird interessantes gefragt, ist aber trotz allem immer noch ein arroganter Besserwisser und Phrasendrescher.
Andreas Wunderlin geht mit "Boot Power" dem Soundtrack der englischen Fussball Hooligans in Form von Glam und early Punkrock auf den Grund und bereitet den Sammlern von Vinyl Kopfschmerzen, weil sie schon wieder einige neue Scheiben auf ihre Suchliste setzen müssen. Nur zu empfehlen übrigens an dieser Stelle der Besuch des dazugehörigen CRAZEE KIDS Blogs im Internet.
Passend zum Thema Grauzone dann ein erneutes Interview mit Stomper 98 , in dem sie gegen erneute Vorwürfe bezüglich ihrer angeblichen Haltung deutlich Stellung beziehen. Zum selben Thema sollte man sich übrigens auch die Meinung einiger, auf der CD vertretenen, Bands zu Gemüte führen, die alle ausgiebig im Heft zu Wort kommen.
Damit dürfte dann wohl auch der mehr als lächerliche Vorwurf der Grauzone an das Moloko Plus seitens des oireszene Blogs aus der Welt sein, sollte man zumindest meinen.
Um das Heft auf den letzten Seiten geschmackvoll abzurunden steht dann noch Alteau von den Salvation City Rockers Rede und Antwort, immer wieder interessant zu sehen, wie sich alte Szene Recken so im Laufe der Jahre entwickeln, vor allem wenn sie nach den Herberts und Bad Lieutnants auch immer noch fantastische Musik abliefern können.
Ansonsten muss man dem Moloko Plus an dieser Stelle auch noch einmal ein Lob dafür aussprechen, dass es, anstatt auf den nächsten Hype und die nächste große "Kult-Band" der Szene zu setzen immer wieder neuen und eher unbekannten Bands seine Seiten widmet, auch wenn sie gerade einmal, wie im Fall der 45 Adapters in dieser Ausgabe, eine einzige 7inch auf dem Markt haben.
Ach ja, da wäre ja auch noch das Interview mit Steve E. Nix von den Cute Lepers, weil Selbstlob aber stinkt überlasse ich in diesem Fall die Bewertung anderen und geißele mich dann notfalls selbst.
Dirk

Hat die Nummer 40 bereits mit edler Klebebindung zu überzeugen gewusst, so besticht das Moloko #41 zudem mit überarbeitetem Layout. Und das ist sehr chic geworden, wobei die neue Schriftart anfangs für leichte Leseschwierigkeiten sorgt und mich besonders bei Satzumbrüchen und aufgrund des fehlenden „ß“ (stattdessen „ss“) den Kopf schütteln lässt. Und die Schrift geht einen Tick zu weit in die Bindung rein… Ansonsten ist das Layout perfekt und die Druckqualität einwandfrei!
So modern das Layout zu bezeichnen ist, so retro geht es inhaltlich zu. Zugpferd der Ausgabe ist (neben der CD-Beilage natürlich, welche Abonnenten, Rezensenten und anderen Priviligierten in einer post-antiquierten Verpackungseinheit zugesendet wird) das Interview mit Pökel (Skinhead 82er Jahrgangs & damals Fanzinemacher & Sturmtrupp-Trommler). Dieses stellt sich als sehr gute Fortsetzung zum Allierten-Interview (#40) heraus, an das auch das Frage-Antwort-Spiel mit dem Deutschen W von OHL teilweise anknüpft (ebenfalls sehr gut). Diese führen in dieser Ausgabe übrigens den Punkrockpranger an (sofern man von unten beginnt zu lesen, ansonsten bekommen die Pikes den Titel „Molokos meistgehypteste Band“). Weiter geht es mit einem Bericht über „Boot Power“ (sicher in Nachtarbeit entstanden), also englischen Glamrock der frühen 70er Jahre – So ganz habe ich diese Szene immer noch nicht verstanden (ebenso wenig den australischen Ableger)… Aber die Musik ist heißßß!! Bei den Literaturkritiken wird für die Cockney Rejects-Biografie geworben, die ich mir unbedingt mal zulegen muss. Den Sportanteil stellt wieder Torsten (?) mit seiner Bubi Scholz-Kurzbiografie (wieder sehr gut) und man merkt, dass der Moloko-Chef Urlaub hatte, denn auch noch ein gut recherchiertes Volxsturm-Interview über die Anfangstage der Band gibt es zu lesen! Im Feuilleton avanciert Paradise zum (mit Abstand!) besten Kurzgeschichtenautor dieser Ausgabe, ansonsten sind als weitere Highlights zu nennen: die Interviews mit 45 Adapters („eine Gang mit Instrumenten“) und Salvation City Rockers (freu mich schon auf ihr Konzert im Conne Island), aber vor allem das mit Steve von den Cute Lepers (sehr sympathische Person, reflektierte Antworten, krasser Lebenswandel). Das Stomper 98-Interview bringt dagegen nichts Neues zu Tage, wahrscheinlich deshalb, weil ich mich bereits zu intensiv mit der Band beschäftigt habe, Flackes Antwort zu Sebis Trinkverhalten ist dennoch köstlich! - Köstlich wie diese Ausgabe, die (beinahe) ohne Ausfälle auskommt…
