Der Klima-Overkill
Die hierzulande herrschende Klimakatastrophe der letzten Wochen mit Temperaturen nahe des Siedepunkts lassen keinerlei Tätigkeiten neben meinem Haupterwerb zu. Noch nicht einmal zu einem umfassenden WM-Resümee hatte ich bislang Zeit & Kraft.
Schenkt man führenden Meteorologen Glauben, zwingt mich heute der vorerst letzte Tag jenseits der 35 Grad-Marke in die Knie. Ab morgen steht dann endlich wieder die '2' vorne und mit ganz viel Glück schauert und gewittert es auch noch!
Rosige Aussichten also - denn ich hoffe, mit den sinkenden Temperaturen sinkt auch mein lethargischer Gemütszustand.
14. Juli 2010, 08:27 Uhr | Kommentare: 1

"Wir hatten alle die Hosen voll. Aber bei mir lief es ganz flüssig."
Tentakel-Orakel Paul weissagte es schon vor dem Anpfiff, dass unsere Jogi-Bärchen gegen Spanien verlieren werden. Ob das Weichtier auch schon wusste, mit welch blamablen Angsthasenfußball unsere Equipe die Hunderttausenden Public Viewer verstören wird?
"Ich hab es ja schon immer gewusst: Die Bubis können nix. Wenn es drauf ankommt, versagen die Jungmillionarios."
"Bis jetzt war die WM ein Spaziergang, die haben ja nur gegen Fallobst gespielt. Aber beim ersten ernstzunehmenden Gegner klebt denen der Köttel inner Buxe."
"Es fehlt einfach einer wie Ballack, der auch mal das Heft in die Hand nimmt und eine Mannschaft mitreißen kann."
"Was hat sich der Löw denn da für eine bescheuerte Taktik ausgedacht? Alle Mann vor's eigene Tor stellen und Bälle raushauen? Und wie kann der Idiot den Gomez bringen? Hoffentlich macht der jetzt endlich den Stuhl frei für 'nen dynamischen Trainer, der neuen Schwung in die Bude reinbringt. Ich wär ja für den Rehhagel."
Ich bin mir sicher, ich werde gleich auf der Maloche einige Schlaumeier-Sprüche dieser Art ertragen müssen. Also Ohren auf Durchzug stellen und durch ...
08. Juli 2010, 09:06 Uhr | Kommentare: 8

Ein Tintenfisch zerstört alle Träume vom 4. Stern - und das ist gut so!
Den Finaleinzug unserer Yogi-Yungs können wir uns von der Backe putzen. Orakel-Krake Paul mochte sein Mittagsmal lieber aus dem spanischen statt dem deutschen Napf einnehmen, was bedeutet, dass Spanien heute abend gewinnen wird.
Immerhin lag die Orakel-Krake bislang bei jedem Spiel richtig, sagte in der gleichen Form sogar die Niederlage gegen Serbien voraus (Zum Glück haben die Yungs nie unentschieden gespielt, das wäre unfair gewesen).
Ganz Deutschland versinkt in Vortrauer.
Selbst högschte politische Kreise sind zutiefst verstört. Schließlich sehen Merkel/Westerwelle/Seehofer ihre politischen Ziele gefährdet - haben sie doch für das Endspiel einen raffinierten 3-Punkte-Plan aufgestellt: Während der ersten Halbzeit werden die Krankenkassenbeiträge verdreifacht, in der zweiten die Reaktorlaufzeiten um 100 Jahre verlängert und in der Verlängerung die Mehrwertsteuer auf 30% erhöht. Ein gewitztes Vorhaben - niemand würde etwas merken!
Wollen wir also hoffen, dass Paul die Wahrheit sagt und ihm nicht einfach nur die spanische Paella besser geschmeckt hat als die im deutschen Napf. Heute abend wissen wir mehr!
07. Juli 2010, 07:55 Uhr | Kommentare: 2

Messi bekam was auf die Fressi
Meine Fresse! Die letzten Tage waren arbeitstechnisch kein Zuckerschlecken für wahrscheinlich alle Menschen, die wie ich in einem Eiscafé arbeiten. Außerdem machen mich Temperaturen ab 30 Grad immer furchtbar müde, sodass ich die Halbfinaleinzüge der Spanier und Uruguayer wortwörtlich verschlief.
Zum Glück fand das Spiel der Yogi-Yungs am Nachmittag statt, das ich diesmal nicht in Roy Polloi's kochend heißer Dachgeschosskemenate genoss, sondern im Kreise 1000er Schlandfans in Oberhausen. Und beim Teutates: Ich war tatsächlich der Einzige ohne schwarzrotgoldenem Erkennungszeichen! Das sollte mir allerdings erst nach dem Spiel auf unangenehme Art & Weise richtig bewusst werden.
Das jungendliche Publikum war während des Kicks außerordentlich stimmungsvoll. Das Volk ist mit dem Regelwerk mittlerweile rudimentär vertraut und feiert auch nicht mehr jede Torwiederholung als weiteren Treffer für sein Team. Von daher kam selbst bei mir eher nüchternen Typ schlandmäßige Stimmung auf und spätestens nach dem 3:0 wünschte ich mir wenigstens ein Schwenk-Fähnchen...
Ein großartiges Spiel - neben Einsatz, Dischziplin und Teamgeist kommt diesmal eine mir bis dato unbekannte deutsche Eigenschaft hinzu: Spielwitz. Und das ist es, was die Matches gegen Australien, England und Argentinien so unglaublich faszinierend machten (Und mit Verlaub, auch das Spiel gegen Serbien fand ich äußerst sehenswert).
Nach dem Spiel ging es dann notgedrungen im Autokorso durch die Straßen. An jeder Ecke jubilierten ganze Menschentrauben mit Tröten, Schals, Flaggen und allem, was man in schwarzrotgold anmalen kann. Die Kreuzungen besetztenv besonders berauschten Aktionskünstlern, die mit allerlei Kreativität die Autos am Vorbeifahren hinderten.
Mein Wagen war tatsächlich der Einzige ohne schwarzrotgoldenem Erkennungszeichen! Was mir völlig zu Recht manch strafenden Blick und Pöbeleien einbrachte.
Eine halbe Stunde war ich vom Feiervolk fasziniert, danach zuckte allerdings immer dann der rechte Fuß, wenn wieder so eine in Deutschlandfahne gewickelte Presswurst vor meinem Wagen stand und zur Weiterfahrt erst ein "Weltmeister" oder "4:0" einforderte. Ein kleiner Druck aufs Gaspedal hätte mir wesentlich mehr Freude bereitet...
Wahrscheinlich war ich ein wenig ungehalten, weil ich tags zuvor schon bei 36 Grad im Schatten zwei Stunden im Stau gestanden hatte.
Nun gut, eine Stunde später die bierselige Heiterkeit hinter sich gelassen und pünktlich zum Anstoß der Partie der Spanier zuhause angekommen, um keine fünf Minuten später im Reich der Träume zu versinken. Aber spielerische Brillianz scheine ich auch nicht verpasst zu haben - man ist ja mittlerweile verwöhnt.
05. Juli 2010, 08:02 Uhr | Kommentare: 9

Deutschland wählt den Vaterschlumpf
Das Spiel mit der Ochsenblase pausiert zwar, trotzdem steht heute ein weiteres interessantes Duell an: Joachim Gauck vs. Christian Wilhelm Walter Wulff. Auf der Auswechselbank zur Wahl des Bundespräsidenten sitzen zudem Lukrezia Luise Jochimsen und Frank Rennicke, der deutscheste aller deutschen Bänkelsänger und Gründungsmitglied des VRBHV (Verein zur Rehabilitierung der wegen Bestreitens des Holocaust Verfolgten).
Wer echtes Public Viewing-Flair erleben möchte, darf nach Greifswald pilgern. Dort wird die Entscheidung live übertragen. Dramatik dürfte aber kaum auftreten, denn die Siegmöglichkeiten des von der Opposition ins Rennen geschickten Gauck ist ziemlich überschaubar - zu groß ist die schwarz-gelbe Mehrheit in der Bundesversammlung. Und die wird bekanntlich relativ geschlossen Herrn Wulff wählen.
Mir persönlich ist der Ausgang bei aller Sympathie für den Pfaffen Gauck herzlich egal. Ich wundere mich nur über Merkels Entscheidung, den aalglatten Berufspolitiker Wulff ins Rennen zu schicken und damit weiteren Gesichtsverlust zu riskieren.
Nicht der erste Fehler in der jüngeren Vergangenheit ...
30. Juni 2010, 09:39 Uhr | Kommentare: 9

Schland, oh, Schland
Zum zweiten Mal bei diesem Turnier überraschen mich die Yogi-Yungs mit südamerikanischen Traumfußball. Mit der höchsten WM-Schlappe aller Zeiten verkrümelt sich die englische "Goldene Generation" gedemütigt auf ihre Insel. Und bei diesem "Rache-für-Wembley"-Tor - das ja sogar DfB-Präsi Zwanziger von seiner VIP-Lounge aus gesehen haben will - bestehen m. M. berechtigte Restzweifel, ob der Ball wirklich hinter der Linie war.
Wie auch immer: Ich bin ganz heiser vom Fähnchenschwenken und schäme mich dessen nicht! Allerdings konnte ich mich noch immer nicht dazu überwinden, meinen Wagen den Deutschlandfarben entsprechend aufzurüsten.
Aber vielleicht am Samstag ...
28. Juni 2010, 07:41 Uhr | Kommentare: 3

Bild Dir Deine Meinung zum OIRE SZENE-Blog
Ich gebe es nicht gerne zu, aber auch die Fanzine-Konkurrenz glänzt manchmal mit dem ein oder anderen okayen Beitrag. Das soeben auf den Markt geworfene PUNKROCK! #12 glänzt mit einigen konträren Themen. Speziell das mittlerweile leidige Thema GRAUZONE wird ausführlich behandelt und auch das Heilsbringer-Konglomerat vom OIRE SZENE-Blog stellt sich Bockys Fragen.
Die Ausgabe kann ich auch dem verwöhnten MOLOKO-Klüngel empfehlen. Daher habe ich eine Handvoll Exemplare für den MOLOKO-SHOP geordert, damit man problemlos an diese Nummer gelangen könnte, wenn es denn jemand wollen würde.
Und vergesst nicht, ein Gratis-Gimmick mitzuordern, der Schrott muss hier mal langsam raus!
24. Juni 2010, 08:16 Uhr | Kommentare: 4

Ein Sommermärchen 2010, Teil 3
Damit das Sommermärchen für die Yogi-Jungs nicht bereits schon heute Abend um 22 Uhr beendet ist, werde ich einem Ritual frönen, dass den Klinsi-Kickern schon bei der WM 2006 gegen Argentinien geholfen hat.
Zusammen mit Sportsfreund Roy Polloi werde ich vor dem Fernseher sitzen und unser Team mental & geistig unterstützen. Die gebündelte Fachkompetenz (Roy: mehrmaliger Meistertrainer beim EA Manager '98, ich: Tabellenführer in Liga 9 beim Kickers Cup) auf engstem Raum (Roy's Wohnzimmer misst 11qm!) scheint Kakao & co. augenscheinlich gut zu bekommen.
Also, lehnt Euch heute Abend einfach entspannt zurück und genießt das Spiel - Roy & ich regeln das schon.
23. Juni 2010, 07:52 Uhr | Kommentare: 9

Ein Sommermärchen 2010, Teil 2
Aufgrund meiner Mitgliedschaft in der Working Class war es mir bislang noch nicht allzu häufig vergönnt, Spiele der Fußball-WM zu sehen - zumeist beschränkte es sich auf das abendliche Vorrundenspiel. Angesichts des bisherigen Niveaus scheint das aber verschmerzbar. Ich muss allerdings vehement der weitläufigen Behauptung entgegentreten, Frankreich sei die größte Enttäuschung des Turniers - das ist ja wohl DIESES TEAM! Unerträglich, was die fabrizieren!
Heute Mittag dann endlich wieder deutscher Qualitätsfußball. Hoffentlich enttäuschen die Jogi-Jungs mich und ihre Fans in der Heimat nicht. Ich bin nämlich sehr gespannt, was sich all' die Freunde schwarzrotgoldener Fanartikel noch so alles an ihre Autos und Häuser pappen, um ihre Verbundenheit zu demonstrieren ...
18. Juni 2010, 07:15 Uhr | Kommentare: 5

Ein Sommermärchen 2010, Teil 1
Vom Fahrtwind abgerissene Deutschland-Wimpel liegen zu Dutzenden am Straßenrand? Gruppen von übergewichtigen Teenagern in Fußballtrickots bevölkern die Gassen? Die Häuser - besonders in sozial schwierigem Terrain gelegen - hüllen ihre Fassaden christoesk in schwarzrotgüldenen Fahnenstoff? Und selbst Sportsfreund Andre schaut sich freiwillig ein Fußballspiel an?
Klarer Fall, die Fußball-WM, und damit die Mission "4. Stern für Schland" hat begonnen!
Viel habe ich davon noch nicht sehen können & wollen - Frankreich konnte ich nicht in voller Länge ertragen, England war ebenfalls eine 90minütige Tortur mit einem einzigen Höhepunkt (wär ich der Torwart, ich würde mich grün ärgern).
Umso angenehmer, dass Poldi, Miro, Kakao, großes dünnes Müller und wie sie alle heißen für einen Auftakt nach Maß sorgten. Noch vor ein paar Jahren war man froh, wenn man ein Unentschieden gegen Island über die Zeit retten konnte. Heute ärgert man sich, dass Fußballspiele bereits nach 90 Minuten abgepfiffen werden.
Heißer Tipp an alle Ein-Euro-Shops: Bis zum Wochenende wieder alle Lager mit nationalfarbigen Fanartikeln auffüllen. Ab Samstag könnte der Absatz nämlich nochmal zunehmen ...
14. Juni 2010, 08:13 Uhr | Kommentare: 11
