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Der kleinste gemeinsame Nenner in den Kurzgeschichten von Stefan Sonntagbauer ist der Dachschaden. Den haben nämlich beinahe alle, die in der Anthologie des Autoren vorkommen: der Gitarrist, der sein eigenes Zimmer in einem apokalyptischen Tonrausch mit Terence Hill und einem H&M-Jesus zerlegt, der Eventmanager, dem seine Party für die Reichen und Schönen zur Sau gemacht wird oder der FC Bayern-Proll, der im Urlaub vor Wut überschäumt, als das Essen nicht Punkt Zwölf auf dem Tisch steht.
Angenehmer Nebeneffekt: Die Geschichten sind skurril und dadurch interessant. Nicht selten – oder besser: eigentlich immer – enden sie in einer infernalen Apokalypse. Tote inklusive. Auf verworrene Ebenen, einen gelesenen LSD-Trip, wie man ihn jetzt vermuten könnte, verzichtet der österreichische Jung-Autor.
Auch wenn manches daneben geht, die Texte in letzter Konsequenz nicht immer überzeugen und Sonntagbauer zuweilen in einen nervigen Besserwisserton zu verfallen droht, bleibt „Neulich im Mittelalter“ vor allem witzig und tragisch zugleich. Und das dürfte wohl der Ritterschlag für jeden Autoren sein.
Aber Stefan Sonntagbauer beherrscht nicht nur das schnelle Erzählen. Er spielt auch mit den Worten. Und mit dem Platz. Zum Beispiel in „Neulich im Mühlviertel“: „Musiker / stehen an der Bar / trinken Fetzi - / das war’s“ Das ist komisch und funktioniert ebenso wie der Fünfakter „Into the wild“, der zusammengenommen auch auf eine halbe Seite passen würde. Illustriert wurden die Texte von Christoph Ameseder. Nötig gewesen wäre das nicht. Sonntagbauer schafft seine eigenen Bilder.
05.07.2012


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